Naturnahe Landwirtschaft

Heumilchwirtschaft ist die traditionellste Form der Milcherzeugung. Heumilch wird nicht ohne Grund als die ursprünglichste Milch bezeichnet, denn so naturnah wird sonst keine Milch hergestellt. Seit Jahrhunderten erfolgt die Fütterung der Milchkühe angepasst an den Lauf der Jahreszeiten: Im Sommer bringen unsere Bauern die Kühe zur Sommerfrische auf die Weiden und Almen. Die Wiesen werden gemäht, das Gras wird getrocknet und das so gewonnene Heu in Scheunen für die kalte Jahreszeit gelagert.

Heumilchkühe genießen den ganzen Sommer frische Luft, klares Wasser und eine Auswahl von bis zu 1.000 Gräser und Kräutern. Im Winter werden sie mit sonnengetrocknetem Heu versorgt. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot. Vergorene Futtermittel wie Silage sind strengstens verboten. Und nicht nur unsere Kühe schmecken den Unterschied. Denn je höher der Artenreichtum im Futter, umso höher sind die Qualität und das Aroma der Milch und aller Milchprodukte.

Heumilchbauern tragen entscheidend zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Artenvielfalt bei, weil sie ihre Wiesen, Weiden und Almen besonders schonend und traditionell bewirtschaften.

Eine Heumilchkuh müsste man sein

Die natürliche Nahrungsgrundlage für Kühe sind Gräser und Kräuter, denn in der Evolution passten sich Rinder daran an, die Inhaltsstoffe von Grünfutter und Heu zu nutzen. Ihr Verdauungssystem – sie besitzen vier Mägen – ermöglicht es ihnen, aus diesem Futter ihren Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoff und Energiebedarf zu decken und darüber hinaus noch die Lebensmittel Milch und Fleisch zu bilden.

Daher entspricht die grünlandbasierte Fütterung von Heumilchkühen – Weide im Sommer, qualitativ hochwertiges Heu im Winter – der artgerechtesten Wiederkäuerernährung. Und dies spiegelt sich auch in der erstklassigen Qualität von Heumilch wieder.

Qualitativ hochwertiges Heu ist kein Zufall

Grundlage dafür ist vor allem die hohe Artenvielfalt, die die Heumilchflächen in den Berg- und Grünlandregionen hervorbringen. Allein mit der steigenden Höhe wächst eine höhere Anzahl an unterschiedlichen Gräsern und Kräutern heran. Außerdem tragen die Heumilchbauern mit ihrer Art der extensiven Bewirtschaftung wesentlich zur Steigerung der Artenvielfalt bei. Heumilchbauern lassen die Wiesen richtig reifen und machen somit ein bis zwei Schnitte pro Saison weniger als konventionelle Bauern. Gemäht wird dann, wenn eine Vielzahl der Gräser und Kräuter in voller Blüte stehen und die Artenvielfalt am größten ist.

Ein wichtiges Kriterium neben dem optimalen Wetter und dem geeigneten Schnittzeitpunkt sind die hohen Blattanteile im Futter, die von den unzähligen Gräsern und Kräutern herrühren. In diesen stecken die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Gräser liefern in erster Linie die notwendige Energie in Form von Kohlehydraten. Leguminosen wie Rotklee sind bedeutsam in der Proteinversorgung und Kräuter zeichnen sich durch einen hohen Mineralstoffgehalt und zahlreiche sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe aus. Sehr wichtig bei der Heuqualität ist auch das Aroma, das in der Milch wiederzuerkennen ist. Im Winter erhalten Heumilchkühe einen Mix aus allen drei Schnitten der Saison – dem Heu, dem Groamat und dem Dritten – und können so das einzigartige Aroma der gesamten Sommer-Vegetation genießen.

Qualitätsheu hat viel Aroma und ist inhaltsreich, hat aufgrund hoher hygienischer Standards einen unvergleichlichen Duft und bringe eine stark grünliche Farbe mit. Das ist die perfekte Basis für die gesamte Winterfütterung und damit für wertvollste Heumilch.