Heuwirtschaft

Grünlandbetriebe mit mäßiger Futterqualität geraten zunehmend in die Enge. Wenn mit steigendem Zuchtfortschritt die Energiekonzentration im Grundfutter nicht steigt, drohen Sotffwechselprobleme wie Ketose und Stillbrünstigkeit.

Vorteile einer hohen Grundfutterleistung

  • Grundfutter ist wiederkäuergerecht.
  • Die Hälfte der TM in der Ration muss aus pansenphysiologischen Gründen aus Grundfutter bestehen.
  • Höhere Kraftfuttergaben verdrängen das Grundfutter.
  • Grundfutter produziert das Rohprotein am billigsten.
  • Eine hohe Milchleistung ist nur in Kombination mit bestem Grundfutter möglich.
  • Die Steigerung der Energiedichte um 1 MJ NEL/kg Futter steigert die Futteraufnahme um mindestens 1,5 bis 2 kg Trockenmasse (TM).

Futteraufnahme - mehrere Faktoren
Die Futteraufnahme der Tiere hat eine große Schwankungsbreite und liegt zwischen 11 und 26 kg/Kuh/Tag. Die Futteraufnahme hängt vom Lebendgewicht der Tiere, von der Milchleistung, vom TM-Gehalt des Futters (keine Nasssilagen), vom Laktationsalter, von der Fresszeit und ganz entscheidend von der Qualität des Futters ab. Die Energiedichte ist dabei der wichtigste Faktor.
Neben der Energiedichte im Grundfutter verbessert auch eine gute Rohproteinversorgung über das Grundfutter die Futteraufnahme, da damit auch die Raufutterverdauung verbessert wird. Ferner ist für eine hohe Futteraufnahme eine bedarfsgerechte Anfütterung mit Kraftfutter zu Laktationsbeginn wichtig. Hingegen senken verschmutztes Futter sowie hohe Gehalte an Gärsäuren im Futter und vor allem höhere Ammoniakgehalte in Silagen als Merkmal der Eiweißzersetzung die Futteraufnahme deutlich.
Grundsätzlich gilt: Je besser das Grundfutter, desto mehr Kraftfutter kann eingespart werden, wie Versuche aus der Bayerischen Landesanstalt in Grub zeigen.

Bestes Grundfutter liefert 6.000 kg Milch
Die höhere Energiekonzentration wirkt sich auch auf die Jahresmilchleistung der Tiere aus, wodurch Grundfutterleistungen bis zu 6.000 kg Milch/Kuh/Jahr erzielbar sind. Dies ergibt gegenüber einer schlechten Grundfutterqualität eine Differenz von etwa 3.000 kg Milch/Kuh/Jahr.
In Kombination mit einem mäßigen Kraftfuttereinsatz von etwa 1.000 bis 1.500 kg/Kuh und Jahr sind bis zu 8.000 kg Milch erzielbar. Höhere Leistungen sind nur mit überproportionalem Kraftfuttereinsatz bzw. Ackerfeldfutterfrüchten möglich.