Natur pur

Die Herstellung von Heumilch ist die ursprünglichste Form der Milchgewinnung und ist an den Lauf der Jahreszeiten angepasst. Den Sommer verbringen Heumilchkühe auf den heimischen Weiden und Almen, wo sie neben frischer Luft und klarem Wasser jede Menge saftiger Kräuter und Gräser genießen können. Auch im Winter wird ihnen Futter von höchster Qualität geboten: Sie werden mit sonnengetrocknetem Heu versorgt. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot.

Futter aus Silage wie vergorenes Gras oder vergorener Mais kommt garantiert nicht in den Trog. Die besonders schonende und extensive Wirtschaftsweise der Heumilchbauern wirkt sich außerdem positiv auf die Natur aus und trägt entscheidend zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Mehr Abwechslung - mehr Geschmack

Ausschlaggebend für die besondere Qualität und den Geschmack von Heumilch ist der Pflanzenreichtum. Auf Österreichs Wiesen, Weiden und Almen wachsen beinahe 1.000 Gräser und Kräuter. Diese Flächen sind ein wahres Schlaraffenland für die Heumilchkühe und die Grundlage für die hochqualitative Heumilch.

Ob Wiesenschwingel, Wiesenrispe, Weißklee, Knaulgras, Wiesenfuchsschwanz, Rotklee, Zaunwicke, Spitzwegerich oder Löwenzahn, um nur einige zu nennen: die Natur liefert eine abwechslungsreiche Kost. Und das schmeckt nicht nur den Heumilchkühen. Denn je höher der Artenreichtum, umso höher das Aroma und die Qualität der Rohmilch.

Vorteile der Heumilch, W. Ginzinger

Ein erstklassiger Rohstoff

Die naturnahe Fütterung der Heumilchkühe im Jahresverlauf mit frischen Gräsern und Kräutern im Sommer und sonnengetrocknetem Heu im Winter spiegelt sich in der hohen Qualität der Milch wider. Dieser hochwertige Rohstoff wird in verschiedene Milchprodukte veredelt und überzeugt mit seinem hervorragenden Geschmack. Auch Käsemeister schwören auf Heumilch.

Denn nur durch den konsequenten Verzicht auf vergorene Futtermittel kann Käse ohne Zusatz von Konservierungsmitteln und ohne intensive mechanische Behandlung hergestellt werden. Außerdem ist bei länger gereiften Käsesorten die Güte der Milch besonders wichtig. Nur aus einem hochwertigen Rohstoff lässt sich Käse herstellen, der für eine längere Reifung geeignet ist. Heumilch besitzt diese Eigenschaft und ist daher der ideale Rohstoff für Käsespezialitäten.

Einfluss der Silage auf die Milch, W. Ginzinger, F. Eliskases-Lechner und F. Osl

Einfluss der Fütterung auf die Qualität von Milch und Milchprodukten, W. Ginzinger, E. Tschager

Gut für Leib und Seele

Eine Studie der Universität für Bodenkultur bestätigt: Heumilchprodukte haben einen rund doppelt so hohen Wert an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren (CLA) als normale, herkömmliche Milchprodukte. Omega-3-Fettsäuren zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann.

Da sie aber lebensnotwendig sind, müssen wir sie mit der Nahrung zuführen. Heumilchprodukte sollten daher in keinem Ernährungsplan als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Lebensstils fehlen.

Fettsäurenspektrum von Heumilch und Heumilchprodukten, M. Schreiner, M. Seiz, W. Ginzinger