Hartkäse

Traditionell hergestellter Hartkäse wird ausschließlich aus Heumilch produziert, denn dieser Rohstoff ist Voraussetzung für eine lange Käsereifung. Dabei entwickelt er seine malzig-röstigen Aromen. Mit zunehmender Reifung in der Naturrinde, die von drei bis zwölf Monate und mehr dauern kann, gewinnen der typische Duft und Geschmack an Intensität.

Traditionell sind hier Berg- und Alpkäse (Vorarlberger Bergkäse g.U., Vorarlberger Alpkäse g.U., Tiroler Bergkäse g.U., Tiroler Almkäse g.U.). Sie werden mit Rotkultur gereift, d.h. die Rinde wird nicht nur mit Salzwasser sondern auch mit Rotkultur gepflegt. Käsesorten wie Emmentaler werden bei der Reifung nur mit Salzwasser behandelt. Beide Verfahren begünstigen die Bildung der Rinde und dienen der natürlichen Konservierung des Käses.

Schnittkäse

Diese Käsegruppe weist die höchste Sortenvielfalt auf. Der Geschmacksbogen reicht von mild bis würzig-kräftig. Schnittkäse wird größtenteils aus pasteurisierter Milch produziert. Sein Teig kann geschlossen sein oder auch eine Bruchlochung aufweisen. Auch große Löcher, wie man sie von Emmentaler kennt, sind oft typisch für diese Sorte.

Kräftiger Schnittkäse wird bei der Reifung mit Rotkulturen gepflegt und reift meist mehrere Wochen. Dabei entwickelt er malzig-röstige Noten, die an helles Karamell oder Biskuit erinnern. Milde Sorten reifen in einer speziellen Folie nur wenige Wochen und haben einen leicht säuerlichen, milchig-rahmigen Charakter.

Weichkäse

Durch die Zugabe von Edelschimmelkulturen zur Milch oder durch das Besprühen der Käseoberfläche mit diesen Kulturen wird Weichkäse mit weißem Edelschimmel hergestellt. Diese Käsegruppe ist für ihre champignonartigen Aromen bekannt. Sie erinnern oft an Jungholz oder Moos.

Weichkäse mit Rotkultur wird während der Reifung mit Salzlake und Rotkulturbakterien gepflegt, wodurch sich die Oberfläche orangerot bis bräunlich färbt und der spezifische Geschmack entsteht. Je reifer der Käse ist, umso mehr entwickelt er rahmig-malzige Aromen.

Die Reifezeit von Weichkäse beträgt zwischen drei und sechs Wochen. Junger Käse weist zunächst einen topfigen Teig auf. Mit zunehmendem Alter bekommt der Käse eine cremige Textur.

Frischkäse und Topfen

Als einziger Käse benötigt Frischkäse keine Reifezeit und kann sofort nach seiner Herstellung genossen werden. Seine Textur ist sehr weich und cremig. Feine Joghurt- oder Buttermilcharomen sind typisch. Sorten mit erhöhter Fettstufe haben eine rahmige Charakteristik. Frischkäse ist einfach zum Herstellen.

Milch wird durch die Zugabe von Milchsäurebakterien, manchmal auch Lab, zum Gerinnen gebracht. Nach dem Schneiden des Käsebruchs in walnussgroße Stücke wird die Masse in Formen gefüllt und die Molke fließt ab. Oft wird er mit frischen Kräutern oder auch Blüten verfeinert.

Sauermilchkäse

Sauermilchkäse ist die ursprünglichste Form der Käseherstellung. Er wird aus Magertopfen erzeugt. Seine Reifung erfolgt durch Hefe und Milchschimmelkulturen von außen nach innen. Nach etwa zwei Wochen bekommt der krümelig-bröselige Teig immer mehr eine glasig-elastische Konsistent.

Frische Hefe und Buttermilch sind am Gaumen klar erkennbar. Mit zunehmendem Alter entwickeln diese Käse ein vielschichtiges Aroma. Traditionelle Sorten sind Tiroler Graukäse oder Surakäse. Sauermilchkäse sind nahezu fettfrei.

Trinkmilch

Trinkmilch ist ein besonders wertvolles Lebensmittel, da sie viele lebensnotwendige Nährstoffe enthält und ein wichtiger Kalziumlieferant für einen gesunden Aufbau von Knochen und Zähne ist. Des Weiteren versorgt sie den Körper mit ausreichend Eiweiß, B12- und B2-Vitaminen. Für die Herstellung von Trinkmilch wird diese zentrifugiert, um den gewünschten Fettgehalt einzustellen.

Anschließend wird die Milch homogenisiert, um zu Verhindern, dass sich Fettteilchen an der Oberfläche der Milch ansammeln und pasteurisiert, damit eine entsprechende Haltbarkeit gegeben ist. Sie hat eine leicht süßliche, rahmige Charakteristik mit feinen Vanille- und Mandelaromen.

Joghurt

Joghurt ist eines der ältesten Milchprodukte überhaupt. Frisch pasteurisierte Milch wird mit Milchsäurebakterien angereichert und durch die sogenannte Fermentation wandelt sich ein Teil des Milchzuckers in Milchsäure um. So entsteht der typisch mild-säuerliche Geschmack.

Man unterscheidet zwischen stichfestem und gerührtem, cremigeren Joghurt. Die Stichfestigkeit entsteht einerseits durch die Reifung im Becher und andererseits, weil man das Joghurt nach dem Dicklegen nicht mehr umrührt.

Butter

Bei der Herstellung von Süßrahmbutter werden dem Rahm Butterkulturen zugesetzt und so lange geschlagen, bis sich die Fettklümpchen – die sogenannten Butterkörner – von der Buttermilch absetzen. Diese werden anschließend geknetet, um den Wasseranteil noch weiter zu verringern. Sie weist einen mild-rahmigen Geschmack auf.

In kleinen Sennereien und Käsereien wird oft traditionell Sauerrahmbutter aus thermisierter Milch oder Rohmilch hergestellt. Dabei wird der Rahm über Nacht mit speziellen Säuerungskulturen vorgereift und dann erst zu Butter geschlagen. Das Aroma dieser Butter ist meist vielschichtiger mit frischen Säurenoten.