ARGE Heumilch stellt neue Wiesen-, Weiden- und Almenfibel vor

ARGE Heumilch stellt neue Wiesen-, Weiden- und Almenfibel vor

Fibel schafft Bewusstsein, welchen Beitrag die heimischen Heumilchbauern zum Erhalt der Kulturlandschaften leisten – Alm- und Alpwirtschaft hat in Österreich eine lange Tradition – Artenvielfalt auf den Grünflächen ist Grundlage für hochqualitative Heumilch

Gemeinsam mit Prof. Konrad Pagitz vom Botanischen Institut der Universität Innsbruck veröffentlicht die ARGE Heumilch die neue Wiesen-, Weiden- und Almenfibel „…wo Heumilchkühe genüsslich grasen“. Leser haben die Möglichkeit, auf mehr als 80 Seiten 50 verschiedene Pflanzengesellschaften zu entdecken. „Mit der Fibel wollen wir den Konsumenten aufzeigen, welchen Beitrag die heimischen Heumilchbauern zum Artenreichtum und zur nachhaltigen Pflege der österreichischen Kulturlandschaften leisten“, erklärte Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch, bei der offiziellen Präsentation. Bereits 2011 veröffentlichte die ARGE eine Fibel, in der die 50 wichtigsten Gräser und Kräuter vorgestellt wurden. Die neue Wiesen-, Weiden- und Almenfibel kann unter www.heumilch.at bestellt werden.

Schlaraffenland für Heumilchkühe
„Auf Österreichs Wiesen, Weiden und Almen wachsen mehr als 1.000 Gräser und Kräuter. Diese Flächen sind ein wahres Schlaraffenland für die Heumilchkühe und die Grundlage für die hochqualitative Heumilch“, sagte Neuhofer. Die österreichische Heumilchwirtschaft trage maßgeblich dazu bei, diese Artenvielfalt auch für die kommenden Generationen zu sichern.

Silberstreif am Horizont
Vorgestellt wurde die Fibel „…wo Heumilchkühe genüsslich grasen“ gemeinsam mit ORF-Moderator Sepp Forcher. „Das Thema erinnert mich an meine Jugendzeit, an den Blumenreichtum der Wiesen- und Wegränder. In den vergangenen Jahrzehnten verblasste diese Erinnerung an die bunte Vielfalt mehr und mehr.“ Die Fibel sei ein Silberstreif am Horizont, meinte Forcher.

Die Vielfalt der Pflanzengesellschaften entdecken
Im neuen Nachschlagewerk werden überregional verbreitete Grünlandtypen ebenso behandelt wie regionale Besonderheiten. Neben einer kurzen Beschreibung der jeweiligen Pflanzengesellschaft finden Leser ergänzende Angaben zu Vorkommen und Verbreitung, Bodenfeuchte und Nährstoffgehalt. Darüber hinaus gibt es zu jeder Fläche eine Liste mit typischen Arten. Das Spektrum reicht von der feuchten und sehr nährstoffreichen Alpen-Ampfer-Flur über die Nordalpine Goldhaferwiese bis zum mageren Tragant-Trespen-Trockenrasen.

Ein Schwerpunkt wird in der Fibel auf die Besonderheiten der österreichischen Almwirtschaft und die Vorstellung der Heumilchregionen gelegt. „Der Erhalt der Almen und Alpen wird durch die seit Generationen bewährte Stufenbewirtschaftung garantiert“, sagte Andreas Geisler, Koordinator der ARGE Heumilch. Das Vieh wird im Sommer auf die Alm oder Alpe getrieben, während im Tal das Heu für den Winter geerntet wird. Die Bewirtschaftung variiert von Bundesland zu Bundesland – von der Dreistufen-Landwirtschaft im Bregenzerwald über die steilen Bergmähder im Zillertal, die Almwirtschaft im Salzburger Tennengau bis zur almreichen Heumilchregion, der Steiermark.

Leser der neuen Wiesen-, Weiden- und Almenfibel bekommen überdies einen fundierten Einblick in die Besonderheiten der Heumilchwirtschaft. Andreas Geisler: „Alle österreichischen Heumilchbauern und –verarbeiter unterliegen dem europaweit einzigartigen Heumilch-Regulativ. Nur sie dürfen ihre Produkte mit dem Heumilch-Logo auszeichnen.“

Heu und Gras schonen Ressourcen
In der neuen Fibel wird überdies thematisiert, dass die österreichischen Heumilchbauern mit ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung wertvolle Ressourcen schonen. Geisler: „Um das ‚direkte Brot’ vom Feld entsteht zunehmend harte Konkurrenz.“ In energieaufwendig industrialisierten Agrarsystemen landet bereits ein großer Teil der globalen Getreideernte in den Futtertrögen von Nutztieren wie Schweinen, Geflügel und auch Rindern. Und das, obwohl eiweißreiche Nahrung wie Getreide, Soja und Mais auch direkt vom Menschen konsumiert werden kann. „Dabei benötigen Wiederkäuer wie Kühe zum Produzieren von Milch und Fleisch eigentlich gar keine solchen Futterquellen. Sie können das lebensnotwendiges Eiweiß in Form von Gras und Heu direkt von der Wiese verwerten.“

Positiv schneidet die heimische Heumilchwirtschaft auch in puncto Wasserabdruck der Milch ab, der jüngst von Forschern der TU Berlin untersucht wurde. Dabei wurde der Wasserverbrauch unter die Lupe genommen, der bei der Herstellung von einem Liter Milch entsteht. Das Ergebnis: Für einen Liter Heumilch werden 100 Liter Wasser benötigt – vom Futter über das Putzen des Stalls bis zum Tränken der Tiere. Zum Vergleich: Bei der Milchproduktion in der industrialisierten Landwirtschaft sind es bis zu 400 Liter Wasser pro Liter Milch. Geisler: „So naturnah und nachhaltig wie Heumilch wird keine andere Milch hergestellt.“

 

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