Fütterung im Lauf der Jahreszeiten

Nachhaltigkeit hat immer Saison

Äpfel statt Erdbeeren im Winter, Spargel im Frühjahr und Kürbis im Herbst: Wer im Einklang mit der Natur leben möchte, passt auch seinen Speiseplan an die wechselnden Jahreszeiten an. Wozu wir Menschen uns manchmal selbst ermahnen müssen, ist für Heumilchkühe seit jeher Tradition: Durch die Fütterung im Lauf der Jahreszeiten tragen die Heumilchbauern nicht nur zum Artenschutz bei, sondern schonen auch wertvolle Ressourcen.

Heuwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. So wie die Heumilchbauern heute bewirtschafteten unsere Vorfahren schon vor Jahrhunderten den Alpenraum, lange bevor es siliertes Heu und industrielle Futtermittel gab. Um Kühe und Rinder das ganze Jahr über mit Nahrung zu versorgen, mussten die Bauern die Gesetze und Zyklen der Natur respektieren.

 

Heumilchkuh unter dem Baum

 

So erfolgt die Fütterung der Tiere bei der Heuwirtschaft noch heute angepasst an den Lauf der Jahreszeiten. Im Sommer kommen Heumilchkühe auf die Weiden und Almen. Dort genießen sie frische Luft, klares Wasser und viele saftige Gräser und Kräuter.

 

Heumilchkühe fressen auf der Weide

 

Während die Heumilchkühe auf der Alm ihre „Sommerfrische“ genießen, beginnt im Tal die Heuernte: Die Wiesen werden gemäht, das Gras getrocknet und das so gewonnene Heu in Scheunen gelagert. Im Winter werden die Tiere mit diesem Heu gefüttert. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot. Vergorene Futtermittel wie Silage sind strengstens verboten.

 

Heumahd - Heumilch

 

Aber nicht nur den Kühen, auch uns Menschen tut diese Fütterung im Lauf der Jahreszeiten – indirekt – gut: Neben der Produktion von köstlicher und gesunder Heumilch erhalten Heumilchbauern durch ihre wertvolle Arbeit die besonderen Lebensräume in den Bergregionen und damit die für den Menschen so wichtigen Naherholungsgebiete. Die Nutzung der alpinen Lebensräume verhindert, dass sich der Wald willkürlich auf Wiesen und Weiden ausbreiten kann und die Landschaft „verdunkelt“.

 

Heumilchwiese

 

Mit der ursprünglichsten Bewirtschaftungsweise tragen Heumilchbauern entscheidend zu Umweltschutz und Artenvielfalt bei, weil sie Wiesen, Weiden und Almen besonders schonend bearbeiten. Durch das Grasen der Tiere wird das Wachstum der Pflanzen angeregt, die wiederum vielen Insekten und Tieren wertvollen Schutz bieten (Mosaikartige Bewirtschaftung).  Für die Zukunft wird das immer wichtiger: Nachhaltige Grünlandnutzung führt zu einem hohen Humusgehalt im Boden, der ein sehr guter Speicher für Kohlendioxid ist. Er bindet die im Boden liegenden enormen Mengen an CO2, die sonst in die Erdatmosphäre entweichen und den Klimawandel beschleunigen würden.

 

< zurück

Das könnte dir auch gefallen

10
Heumilch-Wanderung #4: Mystische Wanderung zum Schwammerlstein
Nachhaltig leben

Heumilch-Wanderung #4: Mystische Wanderung zum Schwammerlstein

Heute geht es in das malerische Mühlviertel, eine der sechs österreichischen Heumilchregionen, in denen Heumilchkühe ihre Sommer auf saftig-grünen Wiesen verbringen. Die liebliche Hügellandschaft lädt zu Spaziergängen, Wanderungen und Radtouren ein.
7
Heumilch-Wanderung #3: Entlang des Helenenwegs die malerische Landschaft am Mondsee genießen
Nachhaltig leben

Heumilch-Wanderung #3: Entlang des Helenenwegs die malerische Landschaft am Mondsee genießen

Heute geht es in eine Heumilchregion, deren abwechslungsreiche Landschaft von sanften Wiesen und Hügeln, alpinem Gelände sowie Seen mit ausgezeichneter Wasserqualität geprägt ist: das Mondseeland im Salzkammergut. Eine gemütliche Wanderung am Helenenweg, auf der man das atemberaubende Panorama der Fluss- und Seenlandschaft Mondsee bestaunen kann, bietet für jede Altersgruppe ein entspanntes Naturerlebnis.
3
Kräuterzucht im Heumilch-Joghurtbecher
Nachhaltig leben

Kräuterzucht im Heumilch-Joghurtbecher

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns im Alltag Freude bereiten. Frisches Butterbrot mit selbstgezogenen Kräutern zum Beispiel. Diese sind nicht nur kostengünstiger als die oft in Plastik verpackten Kräuter aus dem Supermarkt, sondern können in gebrauchten Heumilch-Joghurtbechern auch nachhaltig angepflanzt werden.