Zu Besuch auf der Karlalm

„Was für die Tiere wichtig ist, wird gemacht, für alles andere nehmen wir uns dann wieder im Tal Zeit.“

Thomas Fankhauser konzentriert sich bei der Bewirtschaftung seiner Karlalm im  Zillertal auf das Wesentliche. Zusammen mit seiner Tochter und seinem Vater verbringt er jedes Jahr die Monate von Mai bis September auf 1750 m Höhe.

 

Neben zehn Heumilchkühen leben auf der Karlalm drei Schweine und einige Ziegen. Das bedeutet viel Arbeit für das kleine „Team“: Um vier Uhr morgens ist Tagwache, denn die Kühe wollen gemolken und die Heumilch gekäst werden.

 

 

Neben dem urigen Stall befindet sich auch eine kleine, aber moderne Käserei auf der Alm. Thomas stellt neben Heumilch-Bergkäse auch cremig-würzigen Tilsiter her, der im Keller hinter der Alm über den Sommer seinen feinen Geschmack ausbildet. Trotz der modernen Produktion hat man hier oben das Gefühl, als wäre die Zeit stehen geblieben.

 

 

Heumilch-Jause mit Ausblick

Die besondere Ruhe und die ursprünglichen Produkte wissen auch die Wanderer zu schätzen, die auf der Karlalm einkehren. Von Brandberg aus erreicht man sie in etwa zweieinhalb Stunden.

Während man auf der Terrasse neben dem Haus eine typische Brettljause mit bestem Heumilchkäse genießt, hat man einen beeindruckenden Blick ins Vordere und Hintere Zillertal. Wer vor dem Abstieg länger bleibt, kann die Sonne dabei beobachten, wie sie langsam hinter den Berggipfeln versinkt und die Umgebung in weiches Licht taucht.

 

Goldene Abendstunden gut genutzt

Während sich das alte Mühlrad unermüdlich dreht und dabei ein sanftes, stetiges Plätschern erzeugt, kommen auch die Kühe von ihrem Tag auf den saftigen Almwiesen langsam zurück in den Stall.

 

 

In Reih und Glied scheinen sie sich zum Melken förmlich anzustellen. Bevor Thomas Fankhauser die Stalltür schließt, spricht er noch einmal mit jedem Mitglied seiner kleinen Herde und stellt sicher, dass es allen Kühen gut geht.

Auch seine Gäste versorgt der Heumilchbauer mit ganzem Herzen. Nach einem Schnaps zum Abschied geht es wieder zurück ins Tal. Denn Übernachten kann man auf der Karlalm nicht. So haben Thomas und seine Familie, aber auch die vielen Tiere eine verdiente Auszeit, bevor morgens um Vier der nächste Tag auf der Alm anbricht.

 

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