Festtag für die Heumilchkühe

Festtag für die Heumilchkühe

Mit Anfang Oktober sind alle Kühe der österreichischen Heumilchbauern wieder sicher im Tal. Beim Almabtrieb werden die mit Blumen, Glocken, Spruch- und Heiligentafeln „aufgekranzten Heimkehrer“ nach einer erfolgreichen Almsaison gebührend willkommen geheißen.

Spätestens dann, wenn festlich geschmückte Kühe von Bauern zu Tal getrieben, heimische Schmankerln gereicht und ländliche Tänzchen gewagt werden, weiß man: Der Herbst ist ins Land gezogen. Für sämtliche Kühe der 8.000 Heumilchbauern in ganz Österreich ist das Ende der Almweidezeit angebrochen. So auch für jene knapp 100 Kühe und vier Kälber der Zillertaler Bauern Franz Wetscher, vulgo Gugger-Bauer und Helmut Troppmair, vulgo Tuscher-Bauer. „Ein paar Wochen steht jetzt noch frisches Gras von der Weide auf dem Speiseplan“, erzählt Franz Wetscher. „Bald kommen aber wieder sonnengetrocknetes Heu und Getreideschrot in den Trog – so, wie es unsere Kühe im Winter am liebsten mögen.“

Bestes Almgras sorgt für einzigartigen Geschmack
Von Naturkatastrophen blieben die beiden Zillertaler und ihr Braun- und Fleckvieh im heurigen Sommer verschont – und geschneit habe es auch nie. So konnten laufend frische Gräser und Kräuter auf der Alm nachwachsen. Dabei wirkt sich die große Artenvielfalt auf den Wiesen, die durch die Bewirtschaftungsform der Heumilchbauern entsteht, sehr positiv auf die Gesundheit der Tiere aus. Und damit auch auf die Qualität der Milch, die heuer wieder sehr hoch ist. „Alle drei Schnitte auf den Wiesen im Tal konnten zur rechten Zeit durchgeführt werden. Die Bergmähder auf den Almen werden einmal gemäht und waren heuer eine wahre Kräuterapotheke“, weiß Helmut Troppmair zu berichten. Für die Verarbeitung von Frischmilch, Sauerrahm und Butter sowie die Käseproduktion bedeutet das wieder einen einzigartigen Geschmack.

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