Braunvieh

Kennzeichen: Das Braunvieh zählt zu den milchbetonten Zweinutzungsrassen. Ursprünglich waren diese Rinder mittelgroß mit guter Bemuskelung (siehe Original Braunvieh), durch die verstärkte Züchtung auf Milchproduktion wurden die Tiere größer und die Muskelmasse wurde verringert. Die Rinder sind einfärbig braun bis dunkelbraun. Das Flotzmaul, die Hornspitzen und die harten Klauen sind dunkel pigmentiert. Um das Flotzmaul verläuft ein heller Saum. Die männlichen Tiere sind größer als die weiblichen und in der Farbgebung dunkler.

Eigenschaften: Braunvieh zeichnet sich durch eine sehr gute Milchleistung mit hohem Eiweißgehalt aus. Der hohe Anteil an einer bestimmten Milcheiweiß-Fraktion, dem sogenanntem Kappa-Kasein B, begünstigt die Herstellung von Käse. Die Rasse besitzt eine gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Verhältnisse und zeichnet sich durch hohe Hitzetoleranz aus. Das Futteraufnahmevermögen der Tiere ist hoch. Aufgrund ihrer Vitalität und dem guten Fundament sind die Tiere, besonders im Jungviehalter, sehr gut für die Alpung geeignet. Die Alpung in der Aufzucht mag ein Grund für die oft erwähnte Langlebigkeit der Tiere sein.

Zuchtgeschichte: Die Zucht dieser Rinderrasse begann im 15. Jahrhundert in der Zentralschweiz, von wo sie sich nach Vorarlberg und Tirol ausbreitete. In diesen alpinen Regionen entwickelte sich in Österreich das Original Braunvieh. Um 1870 kamen einige Tiere dieser Rasse mit Auswanderern nach Nordamerika und wurden dort stark in Richtung Milchleistung und Melkbarkeit gezüchtet. Ein Rückimport dieser nun größeren Tiere nach Europa – die Rassenbezeichnung änderte sich auf Brown Swiss – erfolgte in den 1960er-Jahren. Die Einkreuzung von Brown Swiss in die Population des Original Braunviehs führte zum jetzigen Braunvieh, welches deutlich mehr Milch bringt als die Ursprungsrasse. Dadurch wurde aber auch der Original Braunvieh-Bestand stark zurückgedrängt. Heute zählt das Braunvieh zur zweithäufigsten Rinderrasse in Österreich, findet aber auch weltweit eine hohe Verbreitung.