Deutsches Gelbvieh (Frankenvieh)

Kennzeichen: Die ursprüngliche Nutzung als Arbeitstier zeichnet sich im Körperbau der Rasse ab. Die Tiere sind großwüchsig und lang, die Bemuskelung ist stark ausgeprägt und die Knochen sind kräftig. Das einfärbige Haarkleid entspricht dem Namen der Rasse, es reicht von gelb wie Stroh bis ins Rötliche, mit leichten Aufhellungen um die Augen. Das Flotzmaul ist hell, es kann aber auch in dunkler Ausprägung vorkommen. Die Hörner sind hell und gebogen.

Eigenschaften: Das Gelbvieh wird heute zu den fleischbetonten Zweinutzungsrassen gezählt. Dementsprechend wird es in mehreren Ländern, besonders in den USA, für die Fleischproduktion gehalten. Ihr feinfasriges, zartes Fleisch ist gut marmoriert. Ihr gutmütiger Charakter, ihre Langlebigkeit und ihre lange Nutzungsdauer machten die Tiere bekannt. Die Tiere zählen zu den frühreifen Rassen mit problemlosen Abkalbungen.

Zuchtgeschichte: Der Ursprung der Rasse liegt beim Vieh der Kelten. Ursprünglich noch eher kleine Rinder wurden im 19. Jhdt. durch Einkreuzungen von Simmentaler, Braunvieh, englische Devon und Shorthorn der heutige Typ des Frankenviehs geschaffen. Im Jahr 1872 wurde der Beschluss gefasst, keine Einkreuzungen mehr zuzulassen. Doch der Einsatz der begehrten Zugochsen dieser Rasse in den großen Ackerbaugebieten im Norden Deutschlands führte zu einem starken Abverkauf von guten Zuchttieren aus dem Stammgebiet und so wurden nach dem 2. Weltkrieg wieder Einkreuzungen mit dem Roten Flämischen und dem Roten Dänischen Rind vorgenommen. Es gab auch stets einen Austausch zwischen anderen Gelbviehrassen und so verdrängte das Frankenvieh im Laufe der Zeit weitgehend die österreichischen Gelbviehschläge. Ebenso wurden auch Tiere nach Nordspanien und Portugal exportiert, um die dortigen Gelbviehrassen aufzufrischen. Bestände des Frankenviehs finden sich auch außerhalb von Europa in den USA, Südafrika, Zimbabwe und Sambia.