Ennstaler Bergschecken

Kennzeichen: Die Rasse ist eine kleine bis mittelgroße Zweinutzungsrasse mit zierlichem, leichtem Körperbau. Die ursprünglich fuchsrote Grundfärbung wurde durch eine milchweiße Einfärbung an Kopf, Rumpfunterseite, Beinen und an der Schwanzquaste immer stärker zurückgedrängt. Die Übergänge der beiden Färbungen sind durch starke Sprenkelungen charakterisiert. Die Ohren weisen eine rote Färbung auf. Klauen und Hörner sind wachsgelb, Flotzmaul, Zunge und Gaumen sind hellrosa gefärbt.

Eigenschaften: Die Tiere sind lebhaft und robust und waren vor der Mechanisierung auf Grund ihrer Gängigkeit als Zugtiere sehr begehrt. Die Rasse gilt als langlebig und leichtkalbig und findet daher heute wieder bevorzugt in der Mutterkuhhaltung Verwendung. Trotz ihrer Frühreife setzen die Tiere wenig Fett an. Trotzdem weist das feinfasrige Muskelfleisch ausreichend Fetteinlagerungen auf, was zu einer sehr guten Fleischqualität führt.

Zuchtgeschichte: Vorläufer dieser Rasse sind bajuwarische Weißkopfschecken. Im 19. Jahrhundert fand die Rasse in weiten Bereichen der Obersteiermark, Oberösterreich und Niederösterreich Verbreitung. Schon bald kam es aber zu einer starken Zurückdrängung der Bergschecken durch größere Rinder, vor allem durch die Rassen Pinzgauer, Murbodner und Blondvieh. Zum Ende des 19. Jahrhunderts begann die planmäßige Einkreuzung von Fleckvieh. Auch die Gründung einer eigenen Zuchtgenossenschaft im Jahr 1902 konnte den Niedergang der Rasse nicht mehr verhindern. Somit gab es nur mehr wenige Betriebe mit Bergschecken in den steirischen Bezirken Murau und Liezen. Seit 1992 gibt es durch ein Generhaltungsprogramm verstärkte Bemühungen, diese Rasse wieder zu etablieren.