Eringer

Kennzeichen: Neben dem kurzen, breiten Kopf und der tiefen Brust ist für diese Rinder ein stämmiger, kompakter und breiter Körper mit kräftiger Bemuskelung typisch. Die feinen Gliedmaßen sind kurz, mit starken Knien und trockenen Sprunggelenken. Charakteristisch für die Rasse ist die braun-schwarze bis rot-braune Farbe, mit einem hellen Aalstrich über dem Rückenkamm. Die kräftigen, hellen Hörner von mittlerer Länge biegen sich nach außen, dann nach vorne und in die Höhe. Die harten Klauen und das Flotzmaul weisen eine dunkle Pigmentierung auf.

Eigenschaften: Die Rasse zählt zwar zu den Zweinutzungsrassen, wichtiger aber als die Milch- und Fleischproduktion ist die Kampfbereitschaft dieser Kühe, daher werden sie auch als Kampfkühe bezeichnet. Die stämmigen Kühe sind zwar ihren Besitzern gegenüber sehr friedvoll, anderen Kühen zeigen sie aber ein sehr ausgeprägtes Territorialverhalten, denn die Rinder besitzen ein ausgesprochen feuriges Temperament. Die Tiere sind sehr anpassungsfähig gegenüber rauen Klimabedingungen und berggängig, daher eignen sie sich sehr gut für die Alpung. Die Stiere werden häufig wegen der starken Bemuskelung für Gebrauchskreuzungen mit anderen Rassen zur Fleischproduktion herangezogen.

Zuchtgeschichte: Das Stammzuchtgebiet der robusten Eringer Rinder befindet sich im schweizerischen Kanton Wallis bis zum Fuße des Mont Blonc Massiv nach Chamonix hin. Der Name leitet sich vom Eringer Tal (Val d’Hérens) ab. Dieser kurzköpfige Rindertyp wird schon von römischen Autoren beschrieben, geht aber bis zu den bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen zurück. Das erste Herdbuch wurde 1860 im Kanton Wallis aufgelegt, die Rasse zählt daher zu den ältesten Schweizer Rinderrassen. In der Selektion der Tiere wurde über Jahrhunderte auf die natürlich vorhandene Kampflust der Tiere geachtet. Seit Beginn des 20. Jhdt. gibt es sogar eine schweizerische Meisterschaft, die jedes Frühjahr in Aproz stattfindet, in der die Siegerkühe aus allen Teilen der Schweiz gegeneinander antreten. Die Siegerkuh aus diesem Wettkampf darf den Titel „Reine des Reines“ (Königin der Königinnen) führen. Die Siegerinnen der Kämpfe bringen ihren Besitzern hohes Ansehen ein und der Kaufpreis solcher Tiere ist beachtlich.