Fleckvieh

Kennzeichen: Das Fleckvieh ist ein mittelgroßes bis großgewachsenes Zweinutzungsrind mit kräftigen Knochen und guter Bemuskelung. Die Tiere sind weiß-braun gescheckt, wobei Farbabstufungen der dunklen Flecken von hellgelb bis dunkel-rotbraun auftreten. Die Beine sind meist weiß, ebenso der Kopf, wobei um Augen und Backen Flecken auftreten können. Der Unterbauch und die Schwanzquaste sind immer weiß. Das Flotzmaul und die Klauen haben keine Pigmentierung, die Hörner sind hell. Eine Besonderheit sind auch genetisch hornlose Tiere. An der Halsunterseite weisen die Tiere eine ausgeprägte Wamme auf.

Eigenschaften: Fleckvieh wird sowohl zur Milchproduktion als auch als Fleischrasse eingesetzt. Milchbetonte Typen dieser Rasse können beachtliche Milchleistungen erbringen, die denen der spezialisierten Milchrassen um nichts nachstehen. Sie sind vor allem in Europa verbreitet. Weltweit überwiegen die fleischbetonten Typen, die auch für die Kreuzungszucht in Mutterkuhherden eingesetzt werden.

Zuchtgeschichte: Die Rasse stammt aus dem Berner Oberland (Simmental), wo schon im Mittelalter großwüchsige, gescheckte Tiere bekannt waren. Um 1830 kamen die ersten „Simmentaler“ nach Österreich, wo sie sowohl für die Milchproduktion als auch als Arbeitstiere eingesetzt wurden. Dabei wurden die Tiere oftmals mit lokalen Rassen gekreuzt. Dies führte zur Verdrängung vieler alter heimischer Rassen. Derzeit ist Fleckvieh mit einem Anteil von rund 76% an der Rinderpopulation die zahlenmäßig wichtigste Rasse in Österreich. Auch weltweit stellt diese Rasse eine der größten Rinderpopulationen dar. In Österreich gab es ab den 1970-iger Jahren aber auch die Bestrebung die Milchleistung dieser Zweinutzungsrasse zu steigern. Zu diesem Zweck wurde die milchbetonte Rasse Red Holstein eingekreuzt, wobei der Genanteil von Red Holstein in der Fleckviehpopulation derzeit bei 7,7% liegt.