Galloway

Kennzeichen: Galloway-Rinder zählen zu den Extensiv- und Robustrinderrassen. Die Tiere sind kleinwüchsig bis mittelgroß und genetisch hornlos. Es gibt verschiedene Farbschläge – blond, rot und weiß mit dunklen Pigmentierungen an Ohren, Maul, Fesseln und Klauen. Am häufigsten sind jedoch schwarze Tiere mit mahagonifarbenen Haarspitzen anzutreffen. Eine Variante wird als „Belted Galloways“ bezeichnet, da sie um den Rumpf einen weißen „Gürtel“ aufweisen. Die Rasse verfügt über ein langes, welliges Haarkleid mit wolligem Unterhaar. Der Rumpf ist kompakt mit ausgeprägter Wamme. Der Kopf ist kurz und breit mit mittellangen, breiten Ohren, die lange Haarfransen zieren. An den Hinterkeulen lassen sich starke Muskeln erkennen.

Eigenschaften: Charakteristisch für diese Rasse sind ihre Widerstandsfähigkeit, Friedfertigkeit und Genügsamkeit. Sie können daher ganzjährig im Freiland gehalten werden. Die Tiere werden oft in der Landschaftspflege und im Naturschutz eingesetzt, da sie im Verhältnis zu ihrer geringen Körpermasse breite Klauen haben und dadurch Trittschäden vermeiden. Die Tiere gelten als langlebig und durch das geringe Geburtsgewicht der Kälber kommt es zu leichten Geburten. Die Kälber gelten als ausgesprochen vital, daher sind Abkalbungen im Freien auch unter widrigeren Witterungsverhältnissen relativ unproblematisch. Das Fleisch ist gut marmoriert und zart.

Zuchtgeschichte: Die Rasse Galloway stammt aus dem Südwesten Schottlands und ist daher einem rauen, windigen und nassen Klima sehr gut angepasst. Sie gilt als älteste Fleischrasse der britischen Inseln. Das erste Herdbuch wurde 1879 herausgegeben. Es fanden nie Einkreuzungen anderer Rassen statt. Ein relevanter Export der Tiere aus Großbritannien setzte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein, da sie ab diesem Zeitpunkt in vielen Ländern verstärkt in der Extensivweidehaltung Verwendung fanden.