Limpurger

Kennzeichen: Die Tiere sind mittelrahmig und besitzen einen feinen Knochenbau mit mittelmäßiger Bemuskelung. Der verhältnismäßig kurze und feingeschnittene Kopf sitzt auf einem schlanken Hals. Die Schultern sind kräftig ausgeprägt. Die einfarbigen Tiere sind hell-bis rotgelb, wobei die Umgebung der Augen, die Innenseite der Ohren, die Innenseite der Schenkel und die Bauchunterseite bis zum Schwanzansatz aufgehellt erscheint. Das Flotzmaul ist fleischfärbig, Hörner und Klauen sind nicht pigmentiert und daher gelblich.

Eigenschaften: Die Rasse ist kleinbäuerlichen, oft kargen Verhältnissen sehr gut angepasst. Im Vordergrund stand die Eignung als Zugtier bei gleichzeitig guter Milchleistung. Bis in die 1950-iger Jahre wurden eine Vielzahl der Kühe für Gespannarbeiten herangezogen, da in den kleinen Betrieben der Einsatz von Ochsen und Pferden unrentabel gewesen wäre. Ihre Ausdauer und ihr leichter Gang sowie die Härte der Klauen wurden geschätzt. Wegen ihrer besonderen Fleischqualität – das Fleisch ist feinfasrig, zart und gut marmoriert – und dem feinen Knochenbau war die Rasse bei den Händlern sehr begehrt.

Zuchtgeschichte: Das Limpurger Rind ist die älteste noch existierende Rinderrasse Baden-Württembergs. Der Name geht auf ihr Stammzuchtgebiet, die Grafschaft Limpurg, zurück. Ende des 19. Jhdt. kam es oftmals zur Einkreuzung von Gelben Frankenvieh und Glan-Donnersberger, dennoch konnten die Limpurger ihre zierliche und kleine Form beibehalten. Durch die Motorisierung auf den Betrieben ereilte die Limpurger das gleiche Schicksal wie vielen Arbeitsrinder, sie wurden verdrängt und Anfang der 1980-iger Jahre galt die Rasse als ausgestorben. Einigen Betrieben, die an dieser robusten Landrasse festhielten, ist es zu verdanken, dass unter Unterstützung von Wissenschaft und Tierzucht ein Erhaltungsprogramm gestartet wurde und es 1987 zur Gründung der Züchtervereinigung Limpurger Rind kam. Die Rasse erfreut sich wegen ihrer sehr guten Fleischqualität und Genügsamkeit in der Mutterkuhhaltung einer zunehmenden Beliebtheit.