Murnau-Werdenfelser

Kennzeichen: Murnau-Werdenfelser sind mittelgroße, kompakte Rinder mit gedrungenem Erscheinungsbild und ausgeprägter Hinterhand. Die Färbung der Tiere variiert von hellem Semmelgelb über Gelbbraun bis zu dunklerem Rotbraun, wobei Stiere eine deutlich dunklere Färbung aufweisen. Die Umgebung von Augen und Stirn ist meist dunkel, was den Tieren ein maskenhaftes Aussehen gibt. Klauen, Schwanzquaste, Augenlider und Flotzmaul mit Saum sind dunkelgrau bis schwarz pigmentiert. Die schön geschwungenen, ausladenden Hörner sind weißlich gelb und erst im letzten Drittel schwarz gefärbt.

Eigenschaften: Murnau-Werdenfelser gelten als robuste, alte Landrasse mit Stammzuchtgebiet im Bayrischen Oberland. Auf Grund ihrer harten Klauen und festen Gelenke waren Ochsen dieser Rasse als Zugtiere äußerst beliebt. Neben ihrer Genügsamkeit, Vitalität, guten Fruchtbarkeit und Langlebigkeit wurde besonders ihre gute Futterverwertung bei Weidehaltung von den Bauern geschätzt. Obwohl sie auch bei reiner Grünfütterung eine ansprechende Milchleistung erzielen, werden sie verstärkt als Mutterkühe gehalten. Durch diese Haltungsform und ihre optimale Eignung für Beweidung wird diese Rasse oftmals auch in der Landschaftspflege eingesetzt.

Zuchtgeschichte: Die Ursprünge dieser alten bayrischen Rasse aus dem Werdenfelser Land liegen trotz Genanalysen noch im Dunkeln. Namensgebend für die Rasse sind das Kloster Murnau und die ehemalige Grafschaft Werdenfels. Es wird angenommen, dass mehrere Rinderrassen an der Entstehung der Murnau-Werdenfelser beteiligt waren. Die Grundlage der Zucht wurde in den Klöstern Ettal und Murnau gesetzt, indem Grauvieh aus dem Oberinntal mit Montafoner und Schwyzer Braunvieh gekreuzt wurde. Die Ochsen dieser Rasse kamen im 19. Jhdt. vor allem im Großraum München als Zugtiere zum Einsatz. Durch die Mechanisierung verloren sie aber an Bedeutung und die Rasse wurde vom Westen her durch das milchleistungsstärke Braunvieh und vom Osten her durch das Fleckvieh so stark zurückgedrängt, dass die Rasse vor dem Aussterben stand. In den 1980-iger Jahren wurde mit verbliebenen 40 Kühen eine Erhaltungszucht gestartet.