Original Braunvieh

Kennzeichen: Das Original Braunvieh ist ein mittelgroßes Rind mit klassischer Zweifachnutzung von Milch und Fleisch. Der Knochenbau ist kräftig. Die Tiere sind einfärbig braun bis dunkelbraun. Das Flotzmaul, die Hornspitzen und die harten Klauen sind dunkel pigmentiert. Um das Flotzmaul verläuft ein heller Saum. Die Hörner der Kühe sind mittellang und schön geschwungen. Die männlichen Tiere sind deutlich größer als die weiblichen.

Eigenschaften: Die Rasse besitzt eine gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene klimatische Verhältnisse und ist durch die relativ geringe Körpermasse, gepaart mit hoher Vitalität, sehr gut für die Alpung geeignet. Vom Charakter her sind die Tiere umgänglich und ruhig. Die Fleischqualität ist gut und ist gleichrangig der Milchleistung. Spezielle Milchinhaltsstoffe – vor allem besondere Kaseinvarianten – begünstigen die Herstellung und die Qualität von Hartkäsen.

Zuchtgeschichte: Die Ahnen des heutigen Original Braunviehs sind im kleinwüchsigen Torfrind zu sehen. Dieses vermischte sich mit dem illyrischen Keltenrind und nach der Völkerwanderung mit dem deutlich größeren Alemannen-Rind. Daraus entwickelten sich einfärbige Schläge im Alpengebiet der Schweiz, Westösterreichs, Süddeutschlands und Norditaliens. In Österreich waren vor allem der Montafoner-, Lechtaler-, Allgäuer- und Oberinntalerschlag von Bedeutung. Ein Mischtyp aus diesen Schlägen wurde als grau-braunes Gebirgsvieh bekannt. Auf Initiative des landwirtschaftlichen Vereins in Vorarlberg wurde das Montafoner Rind, das eine gute Milchleistung aufwies, als Landesrasse auserwählt und durch gezielte Zuchtarbeit etablierte sich daraus das Original Braunvieh. Die Einkreuzung von Brown-Swiss – ein Nachfahre des Original Braunviehs, der in Nordamerika zu einer stark milchbetonten Rasse weitergezüchtet wurde – drängte das Original Braunvieh zurück und es blieben nur mehr wenige Bestände übrig.