Piemonteser

Kennzeichen: Das Piemonteser Rind ist mittelgroß, langgestreckt und besonders im Nacken, Schulterbereich und in der Keule sehr gut bemuskelt. Trotz der starken Bemuskelung gelten die Tiere als feinknochig. Sie sind hellgrau bis gelblich weiß. Stiere sind ein wenig dunkler, besonders an den Schultern, Oberarmen, rund um die Augenpartie und an der Schwanzquaste. Flotzmaul, Hörnerspitzen und Klauen sind dunkel pigmentiert. Die Kälber werden rötlichgelb geboren und färben sich erst nach einigen Monaten um.

Eigenschaften: Die Rasse zählt zu den reinen Fleischrassen, in der häufig auch sogenannte Doppellender vorkommen. Bei diesen Tieren sind wertvolle Teile wie Lenden doppelt vorhanden und die Ausbeute ist dementsprechend höher. Das Fleisch gilt als feinfasrig und zart. Die Rasse erfreut sich großer Beliebtheit in der Kreuzungszucht.

Zuchtgeschichte: Diese Rasse ist die einzige europäische Rinderrasse, die als Vorfahren auch Zebu-Rinder aufweisen soll. Das Kerngebiet der Zucht liegt südlich von Turin im Piemont. Dort wurden bereits im 19. Jhdt. große, gelbliche Rinder der Po-Ebene mit dem kleinen, rot bis strohfarbigen Demont-Schlag des Berggebietes gekreuzt. Etwas später kam es auch zur Einkreuzung des Albese-Rindes, das bereits damals das Merkmal der Doppellendigkeit aufwies. Ursprünglich wurden Piemonteser als Dreinutzungsrind gezüchtet, im 20. Jdht. verlor das Rind als Arbeitskraft auf den Bauernhöfen generell an Bedeutung und die Milchleistung der Tiere war entschieden geringer als bei milchbetonten Rinderrassen. Dies veranlasste die Züchter sich auf die guten Fleischleistungen zu konzentrieren, wodurch sich in der 2. Hälfte des 20. Jhdt. eine hervorragende Fleischrasse herausbildete.