Pinzgauer

Kennzeichen: Pinzgauer sind mittelgroße bis großwüchsige Zweinutzungsrinder mit langem Rumpf und guter Muskelausbildung an den Oberschenkeln. Die Grundfarbe der Tiere ist kastanienbraun mit einer rassetypischen weißen Zeichnung, die sich über Widerrist, Rücken, Oberschenkel, Bauch und Unterbrust zieht. Die harten Klauen und das Flotzmaul sind dunkel pigmentiert. Die Hörner sind wachsgelb mit schwarzen Spitzen.

Eigenschaften: Die Rasse wird derzeit sowohl für die Milch- als auch Fleischproduktion eingesetzt. Ursprünglich waren die Tiere wegen ihrer Zugkraft, Marschfähigkeit und Gutmütigkeit auch sehr begehrte Arbeitstiere. Die Pinzgauer gelten als äußerst widerstandsfähig, klimarobust und haben stabile Beine mit harten Klauen, sodass sie sehr gut für Weidehaltung und Alpung geeignet sind. Durch Einkreuzung von Red Holstein kam es zu einer Steigerung der Milchleistung. Hohe Fruchtbarkeit, leichte Geburten und ein guter Mutterinstinkt förderte ihren Einsatz in der Mutterkuhhaltung, in der sie weltweit zu den wichtigsten Rassen zählt. Männliche Tiere dieser Rasse sind auch für ihre hohen Tageszunahmen und ihre gute Fleischqualität bekannt.

Zuchtgeschichte: Anfang des 19. Jahrhunderts entstand diese Rasse durch Einkreuzung von Rindern aus dem Wallis in bodenständige Landrassen im Gebiet der Hohen Tauern. Namensgebend für die Rasse ist die Salzburger Region Pinzgau. Die ursprüngliche Nutzung der Tiere als Dreinutzungs-Rind führte zu einer starken Verbreitung der Rasse über ganz Österreich. Im Laufe der Zeit wurde die Rasse aber immer mehr vom leistungsstärkeren Fleckvieh zurückgedrängt. Ab 1969 kam es zur Einkreuzung von Red Hostein, um eine Steigerung der Milchleistung zu erreichen. In den Herdbüchern erfolgt aber weiterhin eine exakte Trennung zwischen reinrassigen Pinzgauern und Red Holstein-Kreuzungstieren. Derzeit zählt nur mehr ein schwaches Drittel der Population zu den reinrassigen Tieren, wodurch die Original Pinzgauer als gefährdete Rinderrasse eingestuft sind.