Pustertaler Sprinzen

Kennzeichen: Die Tiere dieser Rasse sind mittelgroß bis groß, mit langem Rumpf und kräftigem Hals. Sie verfügen über starke Gliedmaßen mit harten Klauen. Die Tiere erscheinen eher weiß mit größeren Flächen in schwarz, rot oder braun an den Flanken; Bauch und Rücken sind immer weiß. Der Übergang zwischen Farb-und Weißfärbung verläuft mit den rassetypischen Farbtupfen, den sogenannten „Sprinzen“, die auch am kurzen Kopf sehr ausgeprägt vorkommen. Die Partien um Augen, Flotzmaul und die Ohren sind pigmentiert. Die Farbausprägung der Tiere reicht von fast weiß bis stark gedeckt.

Eigenschaften: Die Pustertaler Sprinzen sind äußerst robuste Rinder und eignen sich daher sehr gut für die Haltung in Extremlagen. Die Tiere weisen eine gute Bemuskelung auf und kommen daher in der Fleischproduktion wieder vermehrt zum Einsatz. Auf Grund ihrer guten Fleischqualität werden sie auch für Gebrauchskreuzungen eingesetzt. Die gute Fruchtbarkeit und ihre Muttereigenschaften machen sie zu begehrten Tieren in der Mutterkuhhaltung.

Zuchtgeschichte: Vermutlich entstand die Rasse durch Einkreuzung von Eringer- und Tuxer-Rind in bodenständige Landschläge im Pustertal. Im 19. Jahrhundert kam es zu Einkreuzungen von Pinzgauer-Rindern. Vor dem ersten Weltkrieg galt diese Rasse auf Grund ihrer Fleisch- und Milchleistung als eine der besten in den Ostalpen. Aus diesem Grund wurden die besseren Kühe aus dem Stammzuchtgebiet in die großen, stadtnahen Betriebe verkauft. Dies schwächte die Zucht massiv und es kam zur Auflösung der örtlichen Viehzuchtgenossenschaften. Mit dem Verbot der Körung von Stieren dieser Rasse – es durften nur mehr schwarzgefärbte Tiere für den Eigenbedarf zum Einsatz kommen – kam es zur endgültigen Verdrängung dieser Rasse. Erst Ende des 20. Jahrhunderts wurden Generhaltungsmaßnahmen eingeleitet und seit dieser Zeit erfreut sich die Rasse sowohl im Ursprungsgebiet als auch in anderen Regionen Österreichs und in Deutschland wieder größerer Beliebtheit.