Rendena

Kennzeichen: Die eher kleingewachsenen Tiere verfügen über einen robusten Knochenbau mit ebensolchen Beinen, die aber nicht schwerfällig wirken. Die Stiere kennzeichnet ein ausgeprägter Widerrist. Rassetypisch ist das glatte, einfärbig braune bis dunkelbraune Haarkleid, das bei den Stieren bis ins Schwarze gehen kann. Ein besonderes Zeichen sind auch die elfenbeinfarbenen Haare in der Ohrmuschel, der hellere Streifen am Rücken, die an der Basis weiß und an den Spitzen schwarzfarbenen Hörner und die helle Umrandung des schieferfarbenen Flotzmauls.

Eigenschaften: Im Laufe ihrer Zuchtgeschichte kam es zu einer Umbildung der Rendena von einer Arbeits- und Milchrasse, zu einer Milch- und Fleischrasse. Die Tiere sind besonders an die Ansprüche der Alpung angepasst. Sie verfügen über eine gute Futterverwertung bei Extensivweide und gelten mit ihren harten Klauen und ihrem sehnigen Beinen als sehr trittsicher. Obwohl sie sehr lebhaft sind, wird ihnen ein freundliches Wesen nachgesagt.

Zuchtgeschichte: Namensgebend für diese alte Rinderrasse ist das Rendena Tal in der Provinz Trentino. Historisch wird die Rasse auf illyrische Kurzhornrinder zurückgeführt, die in vorrömischer Zeit vom Balkan aus in den Ostalpenraum kamen. Es wird vermutet, dass diese ursprüngliche Rasse das Braun- und Grauvieh der Alpen stark mitbeeinflusste. Durch die Abgeschiedenheit des Stammzuchtgebietes zwischen der Brenta- und Adamello-Gruppe blieb die Rasse über Jahrhunderte relativ unbeeinflusst, erst im 19. Jhdt. kam es zur Einkreuzung von Braunvieh, wodurch immer weniger reinrassige Tiere für eine Herdbuchzucht zur Verfügung standen. Erst durch die Einführung eines Herdbuchs 1976 und die Gründung einer Züchtervereinigung im Jahr 1981 konnte der Fortbestand der Rasse gesichert werden.