Tux-Zillertaler

Kennzeichen: Das Tux-Zillertaler Rind ist ein kleinwüchsiges bis mittelgroßes, gedrungenes Rind mit feinem Knochenbau und guter Bemuskelung. Der Kopf ist kurz und breit mit starken Hörnern. Es werden auf Grund der Färbung zwei Schläge unterschieden, die schwarzfarbigen Tuxer und die rotbraunen Zillertaler. Rassetypisch ist eine Weißfärbung in der Kreuzgegend, das „Federl“. Ebenso weiß gefärbt sind Unterbauch, Unterbrust sowie die Schwanzspitze. Das Flotzmaul sollte braun umringt sein, die Hornspitzen und die harten Klauen sind dunkel pigmentiert.

Eigenschaften: Durch die Robustheit, Vitalität und Geländegängigkeit ist die Rasse besonders für die Alpung geeignet. Ihre ausgezeichnete Verwertung von Futter von Extensivflächen und die gute Fleischqualität gepaart mit Leichtkalbigkeit befähigt sie besonders zum Einsatz in der Mutterkuhhaltung. Charakteristisch ist die durch die Zucht geförderte Kampflust dieser Rasse.

Zuchtgeschichte: Wahrscheinlich stammt die Rasse von den Eringer-Rindern aus dem Kanton Wallis in der Schweiz ab, von wo sie im späten Mittelalter mit den Walsern nach Tirol kam. Sie war die typische Rasse des Tiroler Unterlandes. Wie bei ihren Vorfahren verfügen Tux-Zillertaler Rinder über eine ausgeprägte Kampflust, die sich durch Zucht auf dieses Merkmal noch verstärkte. Kuhkämpfe zu Beginn der Alpsaison waren sehr beliebt und brachten dem Besitzer der Siegerkuh, der sogenannten „Moarin“ großes Ansehen. Diese einseitige Selektion mit Vernachlässigung der Milchleistung wurde der Rasse aber bald zum Verhängnis und sie wurde durch milchleistungsstarke Rinderrassen immer mehr verdrängt. Erst ab dem Jahr 1986 wurde mit einem Generhaltungsprogramm begonnen, sodass sich der Bestand wieder vergrößert hat. Erwähnenswert sind auch die großen Rinderexporte der Tux-Zillertaler im 19. Jahrhundert nach Russland, wo sie an der Entstehung von drei russischen Rinderrassen bedeutenden Anteil hatten.