Ungarisches Steppenrind

Kennzeichen: Die Tiere dieser Rasse sind groß, schlank und haben relativ lange Beine. Charakteristisch sind die hellen, langen – bei Stieren bis zu 80 cm – ausladenden, nach oben weisenden Hörner. Die Färbung der Tiere ändert sich mit dem Alter, so sind die Kälber rötlich-braun, das Fell hellt sich danach mit zunehmendem Alter auf. Erwachsene Tiere weisen eine silberweiße bis aschgraue Färbung auf, männliche Tiere sind etwas dunkler. An den Hornwurzeln bilden die längeren Haare der Kühe einen Haarkranz, der bei den Stieren gelockt ist. Schwanzquaste, Augenpartie sowie die Fortsätze an den Ohren sind schwarz. Die Haut ist schiefergrau, nur an den Ohren, am relativ kleinen Euter und zwischen den Oberschenkeln rosa.

Eigenschaften: Die Tiere können auf Grund ihrer langen, stabilen Beine, der hageren Statur und den harten Klauen problemlos weite Strecken zurücklegen. Sie sind spätreif und erreichen die Schlachtreife im Alter von 3 bis 3,5 Jahren mit einer ausgezeichneten Fleischqualität. Durch ihre Angepasstheit an weite, karge Weideflächen – beispielsweise bieten die langen Wimpern einen guten Sonnenschutz im pannonischen Klima – eignen sie sich ausgezeichnet zur extensiven Weidewirtschaft und zur Landschaftspflege.

Zuchtgeschichte: Angenommen wird, dass diese Rasse im 9.Jahrhundert mit den Magyaren aus Osteuropa bis nach Ungarn gelangte. Vom 14. bis ins 18. Jahrhundert wurde dieses Rind weit über die Grenzen Ungarns hinaus als Fleischlieferant sehr geschätzt. Vom 19. Jahrhundert an bis zur Mechanisierung wurden diese belastbaren Tiere als Arbeitstiere auch in Österreich und Deutschland gerne eingesetzt. Danach kam es zu einem stetigen Rückgang der Rasse, derzeit werden wenige Tiere in Zoos und Landschaftsschutzgebieten gehalten.