Vorderwälder

Kennzeichen: Die Rasse der Vorderwälder zählt eher zu den kleinwüchsigen Rindern mit einem feinen Knochenbau. Die Tiere sind dunkelrotweiß gescheckt, manchmal auch rot gedeckt, wobei jedoch der Kopf und die Beine überwiegend weiß sind. Im Aussehen zeigt es Ähnlichkeit mit der Rasse Fleckvieh, allerdings mit einem zierlicheren Rahmen. Die Hörner als auch das Maul sind von heller Färbung.

Eigenschaften: Vorderwälder gehören zu den Zweinutzungsrassen, d.h. die Zucht erfolgte gleichwertig sowohl auf Milch- als auch auf Fleischleistung. Sie sind an die kargen Weiden des mittleren und südlichen Schwarzwaldes angepasst und kommen gut mit den dort vorherrschenden mineralstoffarmen Böden zurecht. Das gute Fundament und ausgezeichnete Klauen ermöglichen den Tieren die Beweidung steiler Hänge. Die Kühe gelten als leichtkalbig, langlebig und vital.

Zuchtgeschichte: Das Stammzuchtgebiet befindet sich im mittleren und südlichen Schwarzwald. Erstmals wurde das „Wäldervieh“ 1829 erwähnt und bereits zwei Rassen unterschieden: die größeren Vorderwälder und die kleineren Hinterwälder. Mitte der 1960er Jahre wurde zur Erhöhung der Milchleistung die Rasse Ayrshire eingekreuzt, was aber zu einer Verschlechterung der Bemuskelung führte. 1978 wurde die Rasse Red-Holstein eingekreuzt, wodurch die Milchmenge und –inhaltsstoffe deutlich erhöht werden konnten. Diese Einkreuzungen führten aber auch zu gewissen Mängeln wie z.B. Verschlechterungen im Fundament und bei den Klauen. Derzeit liegt bei den Vorderwäldern der Genanteil von Ayrshire bei 15%, der Red Holstein-Anteil bei 20%. Zur Linienerweiterung kamen vor kurzem auch Rinder der französischen Milchrasse Montbéliard zum Einsatz.