Waldviertler Blondvieh

Kennzeichen: Das Waldviertler Blondvieh ist eine eher kleinwüchsige Rasse mit schmalem Körperbau, feinem Knochenbau und durchschnittlicher Bemuskelung. Der Kopf ist eher lang. Das Haarkleid ist kurz, fein, weich und glänzend. Die Färbung der Tiere reicht von nahezu weiß, hellblond und semmelfarben bis hellrot. Das Flotzmaul ist fleischfarbig, Hörner und Klauen gelbgrau.

Eigenschaften: Die Rasse ist sehr gut an das raue Klima des Waldviertels angepasst. Besondere Eigenschaften dieser Tiere sind die gute Fruchtbarkeit, ihre Spätreife, das gute Fundament und harte Klauen. Das leicht abfallende Becken begünstigt problemlose Abkalbungen. Durch diese Eigenschaft und durch ihre Robustheit sind die Tiere bestens für die Mutterkuhhaltung auf Magerstandorten geeignet. Darüber hinaus verfügt das feinfaserige Fleisch über eine ausgezeichnete Fleischqualität. Die relativ niedrige Milchleistung spiegelt die geringe züchterische Bearbeitung und die eher karge Futterbasis wider.

Zuchtgeschichte: Das Waldviertler Blondvieh entstand aus einer Vermischung des keltischen Rindes mit Frankenvieh und Einkreuzung von Murbodner-Rindern. Um 1900 wurden verschiedene lokale Schläge zu der Rasse Waldviertler Blondvieh zusammengefasst. In der Zucht stand die Arbeitsleistung im Vordergrund, in zweiter Linie wurde auf Fleisch gezüchtet und erst an dritter Stelle stand die Milchleistung. Um eine Leistungssteigerung zu erreichen, kam es nach dem 2. Weltkrieg erneut zur verstärkten Einkreuzung mit Frankenvieh und Glan-Donnersberger-Rindern. Trotz dieser Bemühungen wurde die Rasse ab 1960 vom leistungsstärkeren Fleckvieh fast gänzlich verdrängt. Seit 1982 gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm dieser fast ausgestorbenen Rinderrasse.