Österreichische Heumilch-Produkte legen deutlich zu

Absatz ist im Vorjahr in Österreich um 44 Prozent gestiegen – 2011 sind wieder umfassende Marketingaktivitäten geplant – 3-Haubenkoch Joachim Gradwohl ist neuer Genussbotschafter

Wien – Die ARGE Heumilch Österreich blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück. „Wir haben viel Energie investiert, um Heumilch als Premiumprodukt bei den Konsumenten zu positionieren“, erläutert Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch. „Mit einer starken Offensive auf allen Werbekanälen haben wir die Vorteile der Heumilch kommuniziert und unsere bewährten Kernbotschaften gefestigt: Heumilchwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Frische Gräser, Kräuter und Heu bilden die Grundlage für besten Milch-Geschmack.“

Außerdem leistet die Heumilchwirtschaft einen essentiellen Beitrag zum Umweltschutz und zur Artenvielfalt, erläutert Neuhofer: „Extensiv genutzte Flächen wie Magerwiesen, Trockenrasen und Feuchtwiesen weisen eine besonders hohe Dichte an Pflanzenarten auf. Dieser ökologisch wertvolle Artenreichtum im Grünland und auf den Almen kann nur durch eine nachhaltige und ursprüngliche Form der Milchwirtschaft – wie sie die Heumilchwirtschaft bietet – bewahrt werden.“

Deutliches Plus
Die vielfältigen Maßnahmen hatten im Vorjahr positive Auswirkungen auf den Absatz, sagt Andreas Geisler, der die Vermarktungsoffensive der ARGE koordiniert: „Der gesamte Absatz von Heumilch-Produkten in Österreich stieg im Vorjahr laut Key Quest Marktforschung um 44 Prozent auf rund 27.000 Tonnen. Der Käsebereich legte um 16 Prozent auf mehr als 3.000 Tonnen zu, die weiße Palette um 50 Prozent auf 22.000 Tonnen.“ Die Inlandsumsätze der heimischen Heumilchwirtschaft wuchsen dabei um ein Viertel auf 55 Millionen Euro. Der Exportanteil liegt aktuell bei 30 Prozent und ist weiter steigend. Im Jahr 2010 lieferten 8.000 Heumilch-Bauern 400 Millionen Kilogramm Milch an die 60 Verarbeiter, die unter dem Dach der ARGE vereinigt sind.

Zahlreiche Auszeichnungen
Das hohe Niveau der österreichischen Heumilchwirtschaft, die als weltweit einzige nach einem strengen und kontrollierten Regulativ arbeitet, hat sich auch in zahlreichen Auszeichnungen widergespiegelt: Bei der Käsiade gewannen heimische Heumilch-Spezialitäten 26 Medaillen, bei den World Cheese Awards in Birmingham 15 Medaillen. Auf der Wieselburger Messe gingen zwei der begehrten Kasermandl in Gold an ARGE-Betriebe. Außerdem erhielt die ARGE einen Käse-Kaiser in der Kategorie Schnittkäse. Ende 2011 wurden die Marketingaktivitäten der ARGE Heumilch von der International Dairy Federation IDF in Auckland (Neuseeland) zur weltweit besten Milchwerbekampagne des Jahres 2010 gekürt.

Wertschöpfung sichern
Den eingeschlagenen Weg wolle man auch 2011 gemeinsam weitergehen, sagt Neuhofer: „Mit unserer Initiative legen wir die Basis für eine angemessene Wertschöpfung und eine nachhaltige Sicherung der heimischen Heumilchwirtschaft.“ Ein wichtiger Schritt sei der Beitritt der Tirol Milch Ende November 2010 gewesen: „Jetzt sind alle österreichischen Heumilchverarbeiter unter einem Dach organisiert. Das erhöht unsere Schlagkraft für die Zukunft“, erklärt Neuhofer.

Maßnahmen 2011
Bei den vielfältigen Marketingaktivitäten für das Jahr 2011 wird das Thema Genuss in den Fokus gerückt: Die Werbemaßnahmen im Print-Bereich werden im ganzen Jahr durchgeführt, im Sommer stehen eine starke Plakat-Offensive sowie Internetwerbung auf dem Programm. Dazu gibt es ein Gewinnspiel, bei dem Genusswochenenden mit Kochkursen verlost werden. Der TV-Spot wird nach der Frühjahrswelle auch im Herbst 2011 auf öffentlichen und privaten Sendern in ganz Österreich gezeigt. Das Marketingbudget für 2011 liegt bei drei Millionen Euro.

Auf den Exportmärkten kommt wie bereits im Vorjahr auch heuer die bewährte Heumilch-Alm zum Einsatz. Geisler: „Die Heumilch-Alm wird vor großen Verbraucher-Märkten in Deutschland Station machen. Direkt an den Verkaufsstellen wird Aufmerksamkeit für Heumilch-Produkte geschaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei heimische Käsespezialitäten aus Heumilch.“

Neuer Genussbotschafter
Als neues Werbetestimonial der ARGE Heumilch fungiert 3-Haubenkoch Joachim Gradwohl, der sich im Meinl am Graben an die Spitze kochte und demnächst im Wiener Nobelhotel Shangri La hinter dem Herd stehen wird. „Ich schätze die Philosophie, die hinter der Heumilchwirtschaft steht und Grundlage für ein hochqualitatives Produkt ist“, sagt Gradwohl. „Wir verfügen in Österreich über zahlreiche Premiumprodukte, auf die wir stolz sein können. Wir müssen nicht immer neidvoll nach Italien oder Frankreich schauen.“ Im Shangri La wird Gradwohl die gesamte Heumilch-Palette zum Einsatz bringen: von der Milch über Rahm bis zu Käse. „In meiner Küche ist das Produkt der Star.“

Über die Heumilch
Bei der Heumilchwirtschaft handelt es sich um die ursprünglichste Form der Milcherzeugung: Die österreichischen Heumilch-Kühe ernähren sich im Sommer von Kräutern und Gräsern auf den heimischen Wiesen, Weiden und Almen, im Winter kommt Heu oder Getreideschrot in den Trog. Gärfutter wie Silage ist strengstens verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt.

Hauptproduktionsgebiete der Heumilch sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. In Österreich liegt der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion bei 15 Prozent, in Europa bei lediglich drei Prozent.

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