Österreichische Heumilchwirtschaft bleibt auf Erfolgskurs

Österreichische Heumilchwirtschaft bleibt auf Erfolgskurs

Umsatzplus lag bei 7,5 Prozent – Wertschöpfung für die Heumilchbauern auf über 17 Millionen Euro pro Jahr ausgebaut – 2015 stehen unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhandel, die Nachhaltigkeit der Heuwirtschaft und die weitere Entwicklung des Milchmarkts im Fokus

Für die österreichische Heumilchwirtschaft hat sich das Jahr 2014 erfolgreich entwickelt. „Unser Ziel ist es, die Nachfrage nach österreichischer Heumilch zu steigern und die Wertschöpfung für unsere Bauern zu sichern und auszubauen. Das ist uns im Vorjahr wieder gelungen“, bilanziert Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch.

So war Heumilch 2014 zu 100 Prozent in der Vermarktung. Der Heumilchzuschlag für die Lieferanten betrug fünf Cent pro Kilogramm – eine Verfünffachung seit dem Start der Vermarktungsoffensive im Jahr 2009. Der Zuschlag für Bioheumilch erreichte 15 Cent pro Kilogramm. Karl Neuhofer: „Bei einer Produktion von 430 Millionen Kilogramm Milch erzielten wir 2014 einen Mehrwert von 17 Millionen Euro für unsere Heumilchbauern. Diesen Wert wollen wir weiter verbessern.“ Für heuer rechnet der Obmann mit rund 500 neuen Heumilchbauern.

Umsatzplus im Lebensmittelhandel
Positive Zahlen kann die ARGE Heumilch auch in puncto Marktentwicklung vermelden: Heumilchprodukte erzielten ein Umsatzplus von 7,5 Prozent, im Bereich Heumilchkäse waren es sogar neun Prozent. Zum Vergleich: Der gesamte österreichische Markt bei Molkereiprodukten legte um rund fünf Prozent zu. Die abgesetzte Menge an Heumilchprodukten blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant. Stichwort Bekanntheit: 85 Prozent der Österreicher kennen Heumilchprodukte. Neuhofer: „Unsere Aktivitäten sollen dazu beitragen, diesen Wert zu erhalten und zu stärken.“

Ausblick auf 2015: Genuss und Nachhaltigkeit    
Im Jahr 2015 werde sich die ARGE Heumilch unter anderem stark auf die Zusammenarbeit mit dem gesamten Lebensmittelhandel konzentrieren, erklärt Andreas Geisler, Koordinator der ARGE Heumilch. Derzeit sind rund 500 Heumilchprodukte erhältlich. „Außerdem werden wir unsere erfolgreichen Marketingaktivitäten fortsetzen. Im Mittelpunkt steht die Kommunikation der inneren Werte von Heumilch: Genuss und Nachhaltigkeit.“

Im Vorjahr hat die ARGE Heumilch eine Studie der Universität für Bodenkultur in Wien präsentiert, die Ressourcenverbrauch und Umwelteinwirkungen der Heumilcherzeugung untersucht hat. Die Ergebnisse sind in der Fibel „…wie Heumilch die Umwelt schont“ zusammengefasst. Geisler: „Die Studie hat deutlich gezeigt, dass Heuwirtschaft die Umwelt schützt.“ Eines der Resultate: Im Verhältnis zur erzeugten Milchmenge werden durch die Heumilchwirtschaft bis zu dreimal so viel an Wiesen- und Grünlandflächen gepflegt wie durch die industrialisierte Landwirtschaft – das erhält die Artenvielfalt. Außerdem hat die Schonung der Ressourcen bei der Heuwirtschaft einen besonders hohen Stellenwert: vom Wasser bis zum Getreide. Die Nachhaltigkeitsfibel kann auf www.heumilch.at kostenlos bestellt werden.

Dass die Heuwirtschaft die Artenvielfalt positiv beeinflusst, zeigt auch eine Biodiversitätsstudie der Bodenseestiftung. „Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt neben dem Klimawandel zu den größten und zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die Studie betont, dass Heumilchbauern mit dem Silageverzicht ein klares Zeichen für standortangepasste und weniger intensive Grünlandnutzung setzen“, sagt Geisler.

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