Österreichische Heumilchwirtschaft weiter im Vorwärtsgang

Österreichische Heumilchwirtschaft weiter im Vorwärtsgang

Heumilch zu 100 Prozent in der Vermarktung – Informationsoffensive wird bis 2020 weiterentwickelt – Auch heuer stehen wieder umfangreiche Marketingaktivitäten auf dem Programm – BOKU-Studie untersucht „Ressourcenverbrauch und Umweltwirkungen von Heumilcherzeugung“

Die ARGE Heumilch Österreich zieht eine positive Bilanz über das Jahr 2013. „Die Nachfrage nach österreichischer Heumilch ist im Vorjahr neuerlich gestiegen. Außerdem konnten wir die Wertschöpfung für unsere Bauern weiter erhöhen“, erklärte Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch, und ergänzte: „Die umfassenden Marketingaktivitäten in Zusammenarbeit mit den Heumilchverarbeitern und dem Lebensmittelhandel haben maßgeblich dazu beigetragen, dass mittlerweile mehr als 85 Prozent der österreichischen Konsumenten Heumilch kennen.“ Heumilch ist zu 100 Prozent in der Vermarktung. „Für uns sind diese positiven Zahlen Auftrag, die Informationsoffensive bis 2020 sinnvoll weiterzuentwickeln.“

Erhöhung der Wertschöpfung
Immer mehr Bauern zeigen großes Interesse, auf Heumilchwirtschaft umzusteigen, betonte Neuhofer: „Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise im oberösterreichischen Mühlviertel neue Mitglieder begrüßen, die auf die ursprünglichste Form der Milcherzeugung setzen.“ Das Ziel der ARGE Heumilch, die Wertschöpfung für die Bauern nachhaltig zu sichern, konnte auch 2013 erreicht werden. „Der Heumilchzuschlag lag 2013 bei 4 Cent pro Kilogramm, für Bioheumilch sogar bei 12 Cent pro Kilogramm.“ Bei 425 Millionen Kilogramm im Jahr bedeute das einen jährlichen Mehrwert von rund zwölf Millionen Euro für die Milchlieferanten.

Besser als der Gesamtmarkt
Auch im Vorjahr hat sich Heumilch besser als der Gesamtmarkt bei Molkereiprodukten entwickelt. Im Vergleich zu 2012 erzielten Heumilchprodukte im heimischen Lebensmittelhandel ein Umsatzplus von 7,4 Prozent, während der Gesamtmarkt ein Minus von 1,4 Prozent hinnehmen musste. Besonders erfolgreich schnitt der Heumilchkäse-Bereich ab: Dort lag das Umsatzplus bei 17,6 Prozent. Etwa die Hälfte der Heumilchprodukte geht in den Export.

Innere Werte der Heumilch
Im Jahr 2013 setzte die ARGE Heumilch ein dichtes Bündel an Marketingaktivitäten um. Im Mittelpunkt stand dabei das Ziel, die Bekanntheitswerte von Heumilch zu stärken und mit Maßnahmen in Print, TV und Online die inneren Werte der Heumilch bei den Konsumenten zu verankern: Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und Genuss.

Fortgesetzt hat die ARGE die erfolgreiche Kinderbuchreihe: In „Juhu, so wird Heu gemacht“ lernen junge Leser auf unterhaltsame Art und Weise die Besonderheiten der Heumilchwirtschaft und die artenreiche Fütterung der Kühe kennen. Ein weiterer Höhepunkt des Heumilchjahres 2013 war die Vorstellung der neuen Fibel „…woran man Heumilchkühe erkennen kann“, in der 22 Rinderrassen der österreichischen Landwirtschaft im Detail präsentiert werden. Im Herbst stellte die ARGE ein 124 Seiten starkes Nachschlagewerk zur Käsesprache vor, das von einem Expertenteam entwickelt wurde.

Schwerpunkt Nachhaltigkeit
Die Informationsoffensive geht auch 2014 weiter. Neben den klassischen Maßnahmen verlost die ARGE Heumilch unter anderem Familienurlaube auf dem Bauernhof oder Freizeiträder. Ein neues Kinderbuch steht ebenso auf dem Programm wie die Fortsetzung der erfolgreichen Heumilch-Alm-Tour durch den deutschen Lebensmittelhandel.

Einen Schwerpunkt legt die ARGE auf das Thema Nachhaltigkeit, kündigte Andreas Geisler, Koordinator der ARGE Heumilch an: „Wir haben eine Studie an der BOKU Wien in Auftrag gegeben, die den Ressourcenverbrauch und die Umweltwirkungen von Heumilcherzeugung untersucht. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres präsentiert.“ Darüber hinaus ist die ARGE Heumilch ausgewählter Partner des Projekts „Analyse der Biodiversitätskriterien“ der Bodenseestiftung.

Die diesjährigen Nachhaltigkeitsthemen sind Ackerflächenbedarf, Lebensmittelkonkurrenz, Wasserfußabdruck und Biodiversität. Geisler: „Bei der Heuwirtschaft hat die Schonung der Ressourcen einen hohen Stellenwert. Die Tiere sollen nicht zum direkten Nahrungskonkurrenten des Menschen werden. In der industrialisierten Landwirtschaft kommt bei der Rinderfütterung immer mehr Getreide zum Einsatz. Dabei kann eiweißreiche Nahrung wie Getreide, Soja oder Mais auch direkt vom Menschen konsumiert werden. Kühe können das lebensnotwendige Eiweiß in Form von Gras und Heu direkt von den Wiesen verwerten.“

Auszeichnungen
Reüssieren konnten die Mitgliedsbetriebe im Vorjahr bei den verschiedenen Qualitätswettbewerben. Bei den World Cheese Awards gab es beispielsweise eine Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Die Sennerei Schnifis wurde außerdem zum Produzenten des Jahres 2014 gewählt und erhielt in Wieselburg das Kasermandl in Gold, ebenso wie die Dorfsennerei Schlins-Röns. Beim Käse-Kaiser triumphierten die Rupp AG und die Sulzberger Käserebellen.

< zurück