Österreichs Heumilchbauern waren mit Weide- und Heusaison 2012 zufrieden

Österreichs Heumilchbauern waren mit Weide- und Heusaison 2012 zufrieden

Die österreichischen Heumilchbauern ziehen eine positive Bilanz der heurigen Weide- und Heusaison.

„Wir hatten den ganzen Sommer über hervorragende Wetterbedingungen, Regen- und Schönwetterperioden kamen immer zur rechten Zeit. Alle drei Mahden erfolgten genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch. Die Qualität des geernteten Heus sei hoch, die Vorräte reichten für die kommenden sieben Monate. Neuhofer: „Durch die gute Heuernte 2012 wird den Konsumenten auch in den kommenden Wintermonaten eine hervorragende Heumilchqualität geboten werden.“

Hohe Heuqualität durch Artenreichtum
Qualitativ hochwertiges Heu ist kein Zufall. Grundlage dafür ist vor allem die hohe Artenvielfalt, die die Heumilchgrünlandflächen in den Bergregionen hervorbringen. „Schon allein mit der steigenden Höhe wächst eine höhere Anzahl an unterschiedlichen Gräsern und Kräutern“, weiß Karl Neuhofer zu berichten. Außerdem tragen die Heumilchbauern mit ihrer Art der extensiven Bewirtschaftung wesentlich zur Steigerung der Artenvielfalt bei. Neuhofer: „Das heißt nichts anderes, als dass Heumilchbauern die Wiesen richtig reifen lassen – und somit ein bis zwei Schnitte pro Saison weniger als andere Bauern machen.“ Heumilchkühe seien richtige Gourmets und genießen Futter, das zum richtigen Zeitpunkt geschnitten wird. Gemäht wird dann, wenn alle Gräser und Kräuter in voller Blüte stehen und die Artenvielfalt am größten ist. „Wichtiges Kriterium neben dem optimalen Wetter und dem geeigneten Schnittzeitpunkt sind die hohen Blattanteile im Futter, die von den unzähligen Gräsern und Kräutern herrühren“, erklärt Karl Neuhofer. „In diesen stecken nämlich die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.“ Gräser liefern in erster Linie die notwendige Energie in Form von Kohlehydraten. Leguminosen wie Rotklee sind bedeutsam in der Proteinversorgung und Kräuter zeichnen sich durch einen hohen Mineralstoffgehalt und zahlreiche sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe aus. „Sehr wichtig bei der Heuqualität ist auch das Aroma, das – wissenschaftlich nachgewiesen – in der Milch wiederzuerkennen ist. Im Winter verfüttern wir unseren Kühen einen Mix aus allen drei Schnitten der Saison – dem Heu, dem Groamat und dem Dritten – und sie können so das einzigartige Aroma der gesamten Sommer-Vegetation genießen“, so Obmann Neuhofer. Qualitätsheu hat viel Aroma und ist inhaltsreich, hat aufgrund hoher hygienischer Standards einen unvergleichlichen Duft und bringe eine stark grünliche Farbe mit. „Die perfekte Basis für die gesamte Winterfütterung und damit für wertvollste Heumilch.“

Kräuterapotheke Alm
Von einem Jahrhundertsommer berichtet auch Heinz Kröll, aus dem Zillertal: „Die perfekten Wetterbedingungen sorgten für eine außergewöhnliche Artenvielfalt auf unseren Almen, man darf heuer sogar von einer „Kräuterapotheke“ sprechen. Alle drei Mahden konnten zum optimalen Zeitpunkt durchgeführt werden.“ Das Zillertal ist von Almwirtschaft geprägt, der Almmilch-Anteil liegt bei über 90 Prozent. Die große Vielfalt an Gräsern und Kräutern habe positive Auswirkungen auf die Heumilch-Qualität, erläutert Kröll. Positiv zur Saison äußerst sich auch Peter Heim von der Stadelbachalm Zillertal: „Das Wachstum war durchwegs gut, die Heuernte gestaltete sich ertragreich – und das trotz eines sehr trockenen Frühjahrs und extremen Hagels.“

Optimaler Almsommer
Auch die Vorarlberger Heumilchwirtschaft ist mit der abgelaufenen Weidesaison sehr zufrieden. Eduard Stark, Gemeindegebiet Fontanella: „Die Weidesaison brachte einwandfreie, beste Qualität in der genau richtigen Menge. Wir konnten wie geplant drei Schnitte realisieren.“ Aufgrund des guten Gräser- und Kräuterwachstums sei der Almsommer optimal verlaufen.

Erntewetter war ein Traum
Hermann Madl von Seckau in der Steiermark spricht von einer trotz Wetterkapriolen sehr guten Weidesaison. „Die Alten sagten ja schon immer, dass Schaltjahre Katastrophenjahre sind. Mit dem Wetter scheinen sie heuer Recht zu behalten, aber das Erntewetter war bei jedem Schnitt ein Traum. Unsere Hallen sind voll, der Winter kann kommen.“

 

< zurück