Professionelle Beratung für beste Heuqualität

Professionelle Beratung für beste Heuqualität

Neues Beratungsangebot zur Heutrocknung von ARGE Heumilch, den Landwirtschaftskammern und dem LFI durch Matthias Kittl – ARGE hat zehn Gebote für die Heutrocknung formuliert

Die ARGE Heumilch bietet ihren Mitgliedsbetrieben in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) ab sofort Beratungen für eine optimale Heutrocknung an. Diese werden von Ing. Mag. Matthias Kittl durchgeführt. Kittl wird fachlich von Prof. Dipl.-Ing. Gotthard Wirleitner begleitet, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Heutrocknung auseinandergesetzt hat. „Hochqualitatives Heu bildet die Futterbasis für beste Heumilch. Es freut uns daher, einen umfassenden Service für unsere Heumilchbauern anbieten zu können“, sagt Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch und selbst überzeugter Bio-Heumilchbauer.

Bauern können sich in den Beratungen unter anderem über die neueste Heutrocknungstechnik informieren und erfahren, wie die Heuqualität gesteigert werden kann. Der Fokus liegt auf Lose- und Ballentrocknung. Die Erstberatung ist kostenlos, für vertiefende Leistungen wird ein Kostenbeitrag eingehoben. Nähere Informationen gibt es bei der jeweiligen Landwirtschaftskammer bzw. direkt bei Matthias Kittl unter matthias.kittl@lk-salzburg.at.

Kittl maturierte an der Höheren Bundeslehranstalt für alpenländische Landwirtschaft in Elixhausen und studierte später Wirtschaftsinformatik an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Der 33-Jährige Salzburger verfügt über Kenntnisse in der Elektrotechnik, Elektronik sowie der Regelungstechnik und hat berufliche Erfahrung im Bereich Energie- und Heiztechnik sowie im Produktmanagement und der Vertriebsberatung.

Als Anleitung für die Heumilchbauern hat Matthias Kittl zehn Gebote der Heutrocknung formuliert. „Diese sind eine erste Hilfestellung, wie die Futterqualität verbessert werden kann“ so Karl Neuhofer.

Die „Zehn Gebote der Heutrocknung“ – Bestes Futter erzeugen

1. Der größte Teil der Trocknung passiert am Feld.
Beim ersten Schnitt das Futter am Boden zumindest dreimal mit dem Kreiselzettwender bei jeweils abnehmender Drehzahl und zunehmender Schonung bearbeiten. Zwischen Längs- und Querfahrtrichtung wechseln, den Kreisel zum Wenden eher flach einstellen. Vortrocknungszeit: normalerweise ab 24 Stunden. Meist wird am ersten Tag gemäht, am Folgetag spätnachmittags eingefahren.

2. Jede Anlage hat Grenzen.
Das Heu nicht zu feucht oder in zu großen Mengen und immer vor Sonnenuntergang einfahren! Schichthöhe je nach Feuchte, Futterart und Anlagenauslegung max. zwischen 1,5 und 4,5 m. Die erste Schicht sollte mind. 1,5 m hoch sein. Bei Rundballen sollte die Feuchtigkeit 35 % nicht wesentlich übersteigen.

3. Beschickung ist maßgeblich.
Eine Schneideinrichtung mit drei bis sechs (scharfen!) Messern im Ladewagen erleichtert die Verteilung, ist aber bei sehr jungem Futter nicht nötig. Sehr feuchtes Welkheu kann auch mit Dosierwalzen aufgelockert werden. Heu locker und gleichmäßig in der Box verteilen, Lüfter nach etwa ein Meter Schichthöhe einschalten, Entfeuchteranlagen vorerst auf Frischluftbetrieb schalten. Ungleich feuchtes Futter auf der ganzen Fläche durch Rütteln der Greifzange verteilen. Den Heustock vorerst nur im Notfall betreten.

4. Bei Rundballen entscheidet das Pressen.
Rundballen aus einem leicht auseinanderliegenden, lockeren Doppelschwad bei geringem Druck und hoher Fahrgeschwindigkeit pressen, sodass sich eine gleichmäßige Dichte der Ballen von innen nach außen, aber auch in Längsrichtung ergibt. Ebenso auf gleichartige Ballen einer Charge achten. Pressdruck je nach Typ bei 60 bis 80 bar, Dichteverteilung gleichmäßig einstellen, nach Bedarf Vordruckspeicher aktivieren oder ausschalten. Pressdichte anhand des Ballengewichts prüfen.

5. Der laufende Betrieb
Bei vorhandener Steuerung je nach Frischgutfeuchte und -menge die Trocknungsdauer wählen. Nach dem Einschalten die Anlage mindestens 24 Stunden durchlaufen lassen. Dabei mehrmals die Temperatur von Heustock und Abluft prüfen und eventuelle Verdichtungsstellen oder Kaminbildungen beobachten.

6. Schlechtwetterprogramm
Bei Schlechtwetter und Kaltbelüftung intervallweise zur Kühlung belüften. Sonst je nach Möglichkeit Warmluftofen, Heizwärmetauscher oder Luftentfeuchter einschalten. Bei Außentemperaturen unter 25 °C Luftentfeuchter besser mit Umluft betreiben. Die Heutemperatur darf 40 °C nie übersteigen!

7. Statischen Druck und Heutemperatur überwachen.
Den Heustock auf zu rasches Absetzen prüfen und den statischen Druck mit einem U-Rohr-Schlauch überwachen. Sehr hoher Druck vermindert den Luftdurchsatz und erhöht die nötige Trocknungszeit. Die Druckkontrolle ist besonders bei älteren Ventilatoren mit geringer Druckreserve wichtig. Auch ein starker Widerstand beim Öffnen der Türe der Lüfterkammer kann auf eine Überlastung der Anlage hinweisen.

8. Kondensationen vermeiden.
Oberflächliche Kondensationen im Frischluftbetrieb durch Abluftöffnungen, im Entfeuchter-Umluftbetrieb durch gute Abluftrückführung oder durch Wärmedämmung vermeiden. Eine Wärmedämmung ist besonders im Entfeuchter-Umluftbetrieb von Vorteil. Auch die Unterschalung einer Dachabsaugung wirkt als Dämmung einer Kondensation im Gebäude entgegen.

9. Alles im Auge behalten
Ständig die Temperatur von Trockengut, Ab- und Zuluft überwachen. Gegen Trocknungsende eventuell barfuß über das Heu laufen, um Abtrocknung und mögliche Kaminbildung zu prüfen. Anhand der Abluftfeuchtigkeit lässt sich die jeweilige Feuchtigkeit des Heus grob abschätzen.

10. Endkontrolle und Nachbelüften
Bei bereits geringer Abluftfeuchte oder geringer Temperaturdifferenz (z. B. 2 °C) zwischen Zu- und Abluft auf Intervallbetrieb mit Kaltluft übergehen. Wenn beim Wiedereinschalten nach einigen Stunden Stillstand die Abluftfeuchte unterhalb 50 % liegt, ist normalerweise die Lagerfähigkeit erreicht. Rundballen sind erst dann fertig, wenn sich ein langer Rundstahldorn ohne großen Widerstand von allen Seiten in den Ballen stoßen lässt. Feuchte Stellen sind zäh! Trotzdem ist weiter auf Selbsterwärmung zu prüfen. Bei Bedarf muss nachbelüftet werden.

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