Vorarlberger Heumilch-Verarbeiter ziehen an einem Strang

Vorarlberger Heumilch-Verarbeiter ziehen an einem Strang

Unternehmen wollen Sortiment aus hochqualitativen Heumilch-Spezialitäten weiter ausbauen – Vermarktungsoffensive wurde vom Handel und von den Konsumenten sehr gut angenommen.

Im Vorjahr startete die ARGE Heumilch eine österreichweite Vermarktungsoffensive für heimische Heumilch-Spezialitäten. Die Arbeitsgemeinschaft vereinigt rund 8.000 Heumilchlieferanten sowie mehr als 60 Molkereien und Käsereien, davon 1.300 Bauern und 32 Unternehmen im Ländle. Die Botschaft, die auch 2010 forciert wird: Heumilchwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung, die Bauern stellen gesunde und qualitativ hochwertige Heumilch im Einklang mit der Natur her. Im Rahmen der Vermarktungsoffensive wurden bisher mehr als 400 Produkte mit dem Logo „Heumilch“ausgestattet und erleichtern dem Konsumenten so die Orientierung beim Einkauf.

Angebot ausbauen
Gezielte Sortimentserweiterung steht bei den Vorarlberger Heumilch-Verarbeitern im Jahr 2010 im Mittelpunkt: „Wir werden verstärkt die Produkte im Selbstbedienungsregal ausbauen und die Traditionsmarke Alma im Naturkäsebereich forcieren“, kündigt Josef Rupp von der Rupp AG an. Mit der Absatzlage 2010 zeigt sich Rupp zufrieden. „Im Jahr 2009, das von der schwierigen Wirtschaftslage gekennzeichnet war, konnten wir die Kunden durch unsere Positionierung im Spezialitätenbereich und unsere Heumilch-Aktivitäten überzeugen.“ Heuer werde man mit verschiedenen Aktionen wie dem „Alma Alp-Blog“ auf die wichtige Arbeit der Senner aufmerksam machen: „Ohne die Alpwirtschaft wäre die Kulturlandschaft Österreichs um ein bedeutendes Stück ärmer“, sagt Rupp.

Neue Marktnischen
Die Vorarlberg Milch sieht in der Heumilch eine Chance, neue Marktnischen bei Käsespezialitäten bedienen zu können. „Für eine nachhaltige Entwicklung der Heumilchprodukte ist es dringend notwendig, auch eine entsprechende Werte- und Preispositionierung durchzuführen“, erläutert Geschäftsführer Raimund Wachter. „Das größte Potenzial orten wir bei Hartkäseprodukten wie dem Vorarlberger Bergkäse, für den die Heumilch der ideale Rohstoff ist.“ Das Konzept der Heumilch passe zur Unternehmensphilosophie der Vorarlberg Milch, ausschließlich Ländle-Milch zu verarbeiten.

Premium-Segment
Eine positive Heumilch-Bilanz zieht auch Sepp Krönauer von den Sulzberger Käserebellen. „Heumilch-Produkte haben sich 2009 und 2010 durchwegs positiv entwickelt. Es ist uns gelungen, das Thema Heumilch, bei den Entscheidungsträgern im Lebensmittelhandel und bei den Konsumenten zu positionieren.“ Heuer werde man das Sortiment um weitere Käsespezialitäten ausbauen. Krönauer: „Heumilch-Produkte haben aufgrund der Einzigartigkeit des Rohstoffes großes Potenzial, sich als Premiumprodukt zu etablieren.“

Qualität im Fokus
Emmi Österreich setzt in puncto Heumilch auf das Premium-Markenkonzept ‚Walserstolz’. „Heumilch ist die Basis dieses Hartkäses, der ausschließlich in Sennereien und Alpen des Großen Walsertales hergestellt wird. Nur Käse, welcher den definierten Qualitätskriterien entspricht, erhält nach der Reifung das Laibetikett und somit das Walserstolz-Siegel, ein Zeichen für Natürlichkeit und Echtheit“, sagt Geschäftsführer Gerhard Frei. Das Absatzvolumen im Jahr 2009 lag bei rund 165 Tonnen. „Davon wurden rund 25 Prozent außerhalb Österreichs verkauft“, berichtet Frei.

Innovationen
„Die Vorarlberger Heumilch-Verarbeiter sind bestrebt das Heumilchproduktsortiment künftig mit zusätzlichen Produktinnovationen zu bereichern. Wir sehen hier vor allem im Käsesegment ein großes Potenzial“, sagt Othmar Bereuter, Vorsitzender der ARGE Milch Vorarlberg und Sprecher der Milchverarbeiter. Vor allem der ursprungsgeschützte Vorarlberger Bergkäse sowie die innovative Schnittkäserange bilden das Rückgrat in der Käseproduktion. So verspüre man im regionalen Markt eine sehr große Nachfrage: „Durch die hohe Eigenversorgung bei Käse sind für uns vor allem die peripheren Märkte – und hier besonders Deutschland – sehr wichtig. Für unsere Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen ergeben sich auch in Zukunft für die Heumilchprodukte deutliche Potenziale“, erklärt Bereuter.

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